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M ary Antin - eine Kurzbiografie

Der damals 13-jährigen Mary Antin verdanken wir eine detailgenaue Beschreibung, wie russische Juden im 19. Jahrhundert nach Amerika auswanderten. Ihre Lebensgeschichte ist nicht außergewöhnlich - aber Mary Antin hatte Glück und erlangte später sogar einigen Ruhm mit ihrer Geschichte.


Mary Antin

Mary Antin wurde am 13. Juni 1881 im weißrussischen Plotzk bei Witebsk geboren. Ihre Eltern waren verhältnismäßig wohlhabend und schickten ihre vier Kinder auf morderne Schulen. Doch die Familie Weltmann (Antin) verarmte nach einer langen Krankheit des Vaters. Hinzu kam die steigende Konkurrenz in der Stadt, nachdem der russische Zar den Juden die Ansiedlung außerhalb bestimmter Gebiete und Städte verbot.

1891 wanderte der Vater nach Amerika aus und holte seine Familie drei Jahre später nach, obwohl sein Start in Boston zunächst nicht einfach war. Etliche wirtschaftliche Fehlschläge erschwerten den Neuanfang, das Leben der Familie verbesserte sich nur langsam. Währenddessen schaffte es die junge Mary Antin durch Begabung, Fleiß und Glück von den Proletariervierteln zur Gebildetenwelt aufzusteigen.

Autobiografie mit 20 Jahren

Mit 15 Jahren veröffentlichte Mary Antin ihr erstes Gedicht im Boston Herald, mit knapp 20 Jahren schrieb sie ihre Memoiren, basierend auf ihren Erinnerungen und Briefen, die sie während ihrer Auswanderung nach Amerika geschrieben hatte. Im Vorwort des 1899 in Boston erstmals erschienenen Buches "From Plotzk to Boston" (1912 in erweiterter Form als "The promised land" veröffentlicht) sagt sie, dass sie eine objektive Distanz zu ihrem ersten Lebensabschnitt hat‚ weil dieser abgeschlossen sei. Ihre Entwicklung von der mittelalterlichen Abgeschiedenheit des Schtetls, der jiddischen Dorfgemeinschaft‚ ins moderne Amerika des 20. Jahrhunderts sei allerdings sehr typisch für russische Juden ihrer Zeit, und deshalb könne man ihren Lebensweg durchaus generalisieren.

Mary Antin zog nach New York und heiratete dort Amadeus Grabau, Professor an der Columbia University. Sie veröffentlichte bis 1935 etliche Essays, Kurzgeschichten und Gedichte und hielt Lesungen zur russisch-jüdische Emigration und zum Amerikanismus. Sie engagierte sich für Theodore Roosevelt und gegen strenge Immigartionsgesetze. 1918 zog sie sich aufgrund einer Krankheit vom öffentlichen Leben zurück und starb am 15. Mai 1949. (bik)


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Erstellt am 01.05.2001

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