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Bordüre

W ahl zum neuen Arbeiterrat

Die MSPD schied als Folge der Radikalisierung der Räte aus der Regierung aus. Bei der Neuwahl des Arbeiterrates kandidierte sie sich jedoch wieder, um nicht allen Einfluss zu verlieren. Doch bei den Wahlen kommt es zu Manipulationen. Die MSPD wurde wieder aus dem neuen Arbeiterrat ausgeschlossen.


Die MSPD war im Dezember 1918 nicht nur "freiwillig" aus den Räten ausgeschieden. Die Partei wollte sich auch nicht an den für Anfang Januar geplanten Neuwahlen zum Arbeiterrat beteiligen. Damit hätte sie sich aber vollständig aus der Räteregierungsarbeit ausgeschaltet und jeglichen Einfluss verloren. So stellten sie sich lieber zur Wahl auf und hofften auf ein ähnliches Ergebnis wie in anderen revolutionären Städten: Dort vertrat die MSPD immerhin die Mehrzahl des linken Bürgertums.

MSPD gewinnt zunächst

Zu dieser Bremer Wahl am 6. Januar nach gemischtem Mehrheits- und Verhältniswahlrecht waren aber nur linksparteilich organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen zugelassen. Die Kommunisten kandierten eigenständig, da sie auf einige Stimmen unentschlossener USPD-Wähler hofften. Das Ergebnis: die MSPD erhielt 104 Sitze, die USPD 59 und die Kommunisten 60 Plätze.

Wahlmanipulationen

Anschließend wurde jedoch bekannt, dass die MSPD die Wahlen manipuliert hatte, indem sie noch bis kurz vor der Wahl Parteibücher ausgegeben hatte, damit auch Bürgerliche ihre Stimme der MSPD geben konnten. Daraufhin wurde die MSPD aus dem neuen Arbeiterrat ausgeschlossen. Die freibleibenden Plätze der MSPD wurden durch Zuwahl von KPD- und USPD-Mitgliedern aufgefüllt. Doch auch unter den verbleibenden Parteien herrschte keine Einigkeit: Die Kommunisten verlangten, dass noch mehr Arbeiter bewaffnet und "Arbeiterverräter" auch aus der USPD entfernt werden sollten. (bik)


weiter zur Zusammenarbeit der Bremer Räte mit den alten Gewalten

 

Erstellt am 17.01.2001

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