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C argo-Kulte in Melanesien

Cargo-Kulte waren im 19. und 20. Jahrhundert auf den Südsee-Inseln Melanesiens weit verbreitet. Die arme Bevölkerung versuchte mit verschiedenen magischen Praktiken und Ritualen, den Reichtum der Weißen, das "Cargo", zu beschaffen. Mitunter nahmen diese Bewegungen auch politische Züge an. Sie wurden jedoch alle von den Kolonialherrschern unterdrückt.


Papua Maske

Im 19. und 20. Jahrhundert gab es eine große Zahl religiöser Bewegungen auf den Südsee-Inseln Melanesiens, die sich trotz ihrer Vielfalt auf ein Gemeinsames reduzieren lassen: die Hoffnung auf Güter, "Cargo". Ausgelöst wurden sie durch den Kontakt mit der westlichen Zivilisation und dem Irrglauben, dass die Weißen Cargo in unendlicher Menge ohne jede Arbeit herbei"zaubern" konnten.

Der Grundablauf dieser Cargo-Kulte war immer ähnlich: Ein Prophet tritt auf, der den nahenden Weltuntergang mit Sintflut und Erdbeben ankündigt. Im Verlauf dieser Apokalypse wird alles Alte zerstört, danach werden die Ahnen mit reichen Geschenken zurückkehren und eine Herrschaft des Güterüberflusses und der Glückseligkeit errichten.

Rituelle Vorbereitungen

Die Menschen, die an den Propheten glauben, bereiten sich mit verschiedenen Riten auf die Ankunft der Ahnen vor: Sie vernichten oft ihren Besitz und bauen Vorratshäuser und Landeplätze für die Befreier. Wenn die Prophezeiung unerfüllt bleibt, sind die Kultanhänger enttäuscht. Sie engagieren sich politisch, um ihre Situation zu verbessern. Ein Verbot hat meist wenig Wirkung: Die Anhänger huldigen dem Kult im Verborgenen weiter.

Diese Kulte waren in ihrer Form sehr unterschiedlich. Weil es unmöglich ist, alle Kulte darzustellen, werden auf den folgenden Seiten drei Kulte näher dargestellt: der Mansren-Kult, der Vailala-Wahn und die Yali-Letub-Bewegung. Anschließend versuche ich einige Verallgemeinerungen zu finden, die sich aus den verschiedenen Cargo-Kulten ableiten lassen.

Literatur

Grundlage dieser Arbeit sind zwei Bücher: "Die Posaune wird erschallen" von Peter Worsley (1957, dt.1973) und Friedrich Steinbauers "Melanesische Cargo-Kulte. Neureligiöse Heilsbewegungen in der Südsee" (1971). Worsley nimmt an, dass sich die Cargo-Kulte von primitiv-magischen zu politisch-säkulären Bewegungen entwickeln. Steinbauer fasst in seiner Arbeit bisherige Darstellungen zusammen und wertet sie statistisch aus. (bik)

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Erstellt am 24.05.2001

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