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A uslöser der Cargo-Kulte

Meistens löste der Kontakt mit den Europäern und die zerstörerischen Folgen für die eigene Kultur die Cargo-Bewegungen aus. Doch auch eigenständige Erneuerungen sorgten für eine Anpassung des Glaubens. Visionen und Drogen spielten eine weitere Rolle.


Palme

Die Auslöser der Bewegungen waren sehr unterschiedlich: Der Kontakt mit der westlichen Zivilisation erschütterte das melanesische Denken schwer. Der mythisch orientierte Sinn wurde zerstört, die Melanesier wurden ihrer Autarkie und Autorität beraubt. Durch das Gefühl der Unterdrückung und den Neid baute sich ein sozialer Überdruck auf, der in den Cargo-Kulten teilweise eine Entladung fand.

Aber auch selbständige Kulturmetamorphosen wirkten als Auslöser. Schon immer gab und gibt es in allen Kulturen eine eigenständige innere Erneuerung, um den eigenen Erhalt zu sichern - so auch in Melanesien.

Verbreitung durch Kontraktarbeiter

Bewusste Propaganda, zum Beispiel durch ehemalige Kontraktarbeiter, die in ihre Dörfer zurückkehrten, sorgte für eine weite Verbreitung von Kultgedanken über das Land. Fielen die Informationen auf "fruchtbaren" Boden, konnte sich der spezielle Kult fortsetzen.

Ein Drittel aller Kulte wurde durch visionäre Erlebnisse und ekstatische Erscheinungen einzelner oder mehrer Führer ausgelöst. Diese sind jedoch vor dem mythischen Hintergrund zu verstehen.

Drogen gehörten zum Alltag

Drogeneinfluss spielte offiziell nur eine geringe Rolle unter den Auslösern. Tatsächlich ist er aber weitaus höher einzuschätzen, denn das Kawa-Getränk, wilder Ingwer, Zimt und vor allem Bethel-Nüsse mit mehr oder weniger großer hallozinogener Wirkung waren von jeher wesentliche Bestandteile des melanesischen Lebens.

Auch das Christentum spielte eine gewisse Rolle, vor allem wenn die missionarische Verkündigung missverstanden wurde. Unwertgefühl und Selbstmissachtung waren oft die Folge. Die Rückbesinnung auf die traditionellen Religionen sollte diese Gefühle kompensieren.


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Erstellt am 24.05.2001

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