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U rsachen für die Cargo-Kulte

Materieller Reichtum war im melanesischen Weltbild elementar. Da die Weißen besaßen, was die Papua nicht hatten, versuchten sie die Cargo-Güter durch verschiedene Kulte zu erlangen. Dazu kam die Idee vom zyklischen Weltuntergang und die geistige Verfassung einzelner Führer.


Palme

Das melanesischen Weltbild war in 85 Prozent der von Steinbach untersuchten Cargo-Kulte Ursache für die Bewegungen. Dazu gehörten Ahnenverehrung und magische Handlungen wie Imitationsmagie. So wurde versucht, den begehrten weißen Gütersegen herbei zu zaubern, indem zum Beispiel amerikanische Soldatencamps nachgebaut wurden.

Materieller Reichtum nahm im melanesischen Weltbild eine hohe Stellung ein: Wer viel Besitz hatte, genoss ein hohes Ansehen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass alle Cargo-Kulte stark materialistische Züge hatten.

Weltuntergang als Zyklus

Immer wieder finden sich in der traditionellen Mythologie eschatologische Züge: Das Ende der Menschheit und der Welt beschäftigte die Papuas. Sie sahen darin jedoch keine bestimmten Zweck wie der christliche Glaube, für sie war Untergang und Entstehen ein Zyklus. Dadurch gab es kein absolutes Ende wie durch das Jüngste Gericht.

Eine weitere Ursache war die Fantasiebegabung und eventuell auch "Krankheit" einzelner Führer. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, was denn überhaupt "krank" oder "normal" bedeutet. Vom mitteleuropäischen Wertesystem und der psychosomatischen Konstitution eines durchschnittlichen Europäers ausgehend, gab es in Melanesien viele Fälle von Wahnsinn und geistigen Störungen. Betrachtet man diese Fälle jedoch vom melanesischen Wertesystem aus, war das Meiste durchaus normal. (bik)


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Erstellt am 24.05.2001

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