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Bordüre

D ichter, Jäger, Schürzenjäger

Schon zu Lebzeiten bilden sich die auch später vorherrschenden Blickwinkel auf Löns, der selbst an seiner Verklärung mitgeholfen hat.


Bereits zu Lebzeiten galt Hermann Löns als ausgezeichneter Jäger, fantastischer Naturdichter und guter Tierpsychologe, als Naturforscher und Naturschützer, als fabelhafter Sänger und hervorragender Jugendbuchautor. Damit waren, so Michael Dupke, die künftigen Rezeptionsstränge bereits vorgegeben.

Löns selbst hatte einiges dafür getan, um in einem solchen heroischen Licht gesehen zu werden. So verschwieg er in seiner Autobiographie negative Dinge wie seine Misserfolge als Journalist. Seine zahlreichen Liebesaffären und sexuellen Neigungen erwähnte er nur oberflächlich. Manchmal log er auch schlichtweg: So behauptete er, seine naturwissenschaftliche Doktorarbeit sei ihm am Bahnhof auf dem Weg zur Universität gestohlen worden.

Rechtsradikale "Wehrwölfe"

Nach seinem Tod erschienen zahlreiche Bücher von Verwandten und Freunden, die weiter an dem Mythos Löns arbeiteten. Bereits in den 20er Jahren bildeten sich einige rechtsradikale Jugendgruppen, die sich "Wehrwölfe" nannten - angelehnt an Löns' Epos über Bauern im 30-jährigen Krieg, die sich verzweifelt gegen die schwedische Soldateska wehrten. (bik)

 

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Erstellt am 23.11.2000

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