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M elanesien - Geografie und Geschichte

Die Südsee-Inseln Melanesiens wurden zu unterschiedlichen Zeiten von den Europäern kolonisiert. Ihre Ankunft veränderte das traditionelle Leben der Eingeborenen nachhaltig, ihre Religion und Werte wurden erschüttert durch Plantagenarbeit und Missionare.


Karte Papua

Die melanesischen Inseln liegen im westlichen Pazifik zwischen Indonesien und Australien. Papua-Neuguinea ist die größte Insel Melanesiens, daneben gibt es die Admiralitätsinseln, das Bismarckarchipel, die Salomonen, die Neuen Hebriden, die Fidschi-Inseln, Neukaledonien und Westirian. Auf einer Fläche von etwa 967 000 Quadratkilometern leben über fünf Millionen Einwohner (1992) aus vielen verschiedenen ethnischen Gruppen. Die fruchtbaren Küstengegenden sind dicht besiedelt, während im sehr gebirgige Innenland nur wenige Menschen leben.

Bis auf die Fidschi-Inseln und Neukaledonien ist Melanesien wirtschaftlich rückständig. Die Menschen bauen Yams, Sago und Süßkartoffeln an und halten Schweine. Bleibt etwas von der Ernte über, werden traditionell große Festen gefeiert. Je prachtvoller und verschwenderischer die Feste sind, desto mehr Ansehen genießt der Gastgeber, sowohl politisch als auch religiös.

Kontraktarbeit auf Plantagen

Durch die Kolonisierung durch die Europäer im 19. Jahrhundert zerbrachen die traditionellen Werte und Lebensweisen nach und nach. Wurden die Weißen zunächst verehrt und für Götter gehalten, kam bald die Erkenntnis, dass die Europäer die Melanesier nur ausbeuteten. Sie ließen die jungen Männer auf ihren Kokosnussplantagen schuften, als Kontraktarbeiter für zwei bis drei Jahre fernab ihrer Dörfer, unter schlechten Bedingungen.

Doch sie brauchten das Geld, um die von den Europäern erhobene Kopfsteuer zahlen zu können. Außerdem waren die Verlockungen der weißen Welt groß. Kehrten sie in ihre Dörfer zurück, fanden sie eine veränderte Welt vor: Die Frauen hatten die traditionelle Männerarbeit übernommen, viele Rituale waren vernachlässigt worden, die Männer hatten ihre Rolle verloren. Gelangweilt und frustriert, zogen viele in die Städte.

Missionare verheimlichen etwas

Die westlichen Missionare bemühten sich, die "verlorenen Schafe" für das Christentum zu gewinnen. Aber dass sich die verschiedenen Missionare selbst nicht einig waren, verwirrte die Melanesier noch mehr. Außerdem brachten die Weißen ihnen nur so viel Wissen bei, damit sie die Bibel lesen konnten - wie die westliche Welt funktionierte, blieb ihnen immer noch ein Rätsel. Sie hegten den Verdacht, dass die Weißen ihnen ein "Geheimwissen" vorenthielten. Viele Cargo-Kulte versuchten denn auch, eben dieses "Geheimwissen" zu erlangen.

Der Wechsel der Kolonialmächte, der Zweite Weltkrieg und die Verwirrung, dass viel exportiert wurde, aber wenig Gewinn ins Volk zurückfloss, zerstörte endgültig den ursprünglichen Glauben an den Sinn und die Funktionalität europäischer Werte. Vor diesem Hintergrund blühten immer wieder verschiedene Cargo-Kulte auf. (bik)


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Erstellt am 24.05.2001

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