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P roklamation der Bremer Räterepublik

Nach dem Berliner Spartakus-Aufstand wurde in Bremen offiziell die Räterepublik proklamiert. Als Exekutive fungierte der Rat der Volksbeauftragten. Damit endete auch die Zusammenarbeit mit dem alten Senat. Doch der Verwaltungsapparat wurde nicht ausgetauscht.


Der Spartakus-Aufstand in Berlin vom 4. bis 10. Januar 1919 bildete den Auftakt zu einer neuen Phase in der deutschen Revolution. Nun sollte auch in Bremen die proletarische Revolution kommen. Aus Solidarität mit Berlin forderten die Bremer Kommunisten mit Unterstützung der Massen die weitere Bewaffnung der Arbeiterschaft, die totale Absetzung des Senats auch aus der Verwaltung und die Weltrevolution nach russisch-bolschewistischem Vorbild.

Rat der Volksbeauftragten

Am 10. Januar 1919 wurde offiziell die Bremer Räterepublik proklamiert. Alles geschah friedlich und ohne Blutvergießen. Im Vorfeld war die Bremer Garnison vorsichtshalber entwaffnet worden. Der Arbeiter- und Soldatenrat wählte die neue Räteregierung: Ein Rat der Volksbeauftragten als Exekutive der Räte. Im Rat saßen fünf USPD-Leute und vier Kommunisten. Faktisch war aber das radikale Spektrum stärker vertreten, da unter den USPD-Mitgliedern einige Ultralinke waren.

Der Rat der Volksbeauftragten war noch radikaler als der Arbeiter- und Soldatenrat, dem er verantwortlich war. Als Ersatz für den Aktionsausschuss wurde nach Kniefs Programm ein Vollzugsrat eingerichtet, der zusammen mit dem Rat der Volksbeauftragten die ehemals senatorischen Ämter, nun Volkskommissariate genannt, kontrollierte. Henke, der USPD-Führer, wurde ohne sein Wissen zum Präsidenten der Republik Bremen ernannt.

Beamtenapparat blieb erhalten

Mit dem Ende der Doppelherrschaft von Senat und Räten wurden nun auch die Verwaltungsspitze revolutionär besetzt. Der eigentliche Beamtenapparat blieb jedoch derselbe und wurde in seiner Arbeit auch kaum von der neuen Regierung gestört. Sie hätte auch gar nicht das Wissen gehabt, um die Verwaltung vollständig umzugestalten. Damit blieb eine konterrevolutionäre Gefahr bestehen. (bik)

 

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Erstellt am 17.01.2001

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