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Bordüre

B ildung der Bremer Arbeiter- und Soldatenräte

Bereits in den ersten Tagen nach den Aufständen Anfang November bildeten sich vorläufige Arbeiter- und Soldatenräte. Ein gemeinsamer Aktionsausschuss bildete die Regierung. Die Macht zwischen linken und linksradikalen Kräften war geteilt.


Bereits am Abend des 6. Novembers wurde also damit begonnen, einen Soldatenrat zu bilden. Außerdem gründete sich ein provisorischer Aktionsausschuss aus vier USPD-Mitgliedern und drei Linksradikalen. Am nächsten Tag wurde offiziell ein Arbeiterrat ausgerufen. Er bestand aus 180 Personen, mehrheitlich USPD-Anhänger, die teils aus der alten Arbeiterbewegung kamen.

Ansätze von Basisdemokratie

Im Soldatenrat saßen zunächst 4 Offiziere und 6 Soldaten. Tags darauf wurden die Offiziere jedoch ausgeschlossen und nur noch als "technische Berater der Garnison" gebilligt. Vertrauensleute, die von den Soldaten direkt gewählt wurden, entsandten 30 bis 50 Soldaten in den Rat, der nun einen siebenköpfigen Vorstand, eine Exekutive und einige Ausschüsse hatte. Die Vertrauensleute hatten ein ständiges Rückruf- und Einspruchsrecht im Soldatenrat. Dadurch blieben Ansätze einer Basisdemokratie und des Rätesystems gewahrt. Arbeiter- und Soldatenrat übernahmen gemeinsam die Legislative und waren Kontrollorgan für den Aktionsausschuss, der für aktuelle politische Aufgaben verantwortlich war.

Aktionsausschuss war MSPD-geprägt

Der Aktionsausschuss erweiterte sich auf 15 Mitglieder. Sie waren jedoch nicht unbedingt auch Mitglieder im Arbeiter- oder Soldatenrat. Besonders in den sechs Unterausschüssen, die dem Aktionsausschuss die Arbeit erleichtern sollten, waren kompetente Fachleute unverzichtbar. Sie fand man in den Gewerkschaftlern, die überwiegend aus der MSPD kamen.

Auf einer Demonstration am 7. November forderte der USPD-Abgeordnete Alfred Henke echte demokratische Rechte für das Volk. Nur wahre Volksmacht in einer Räterepublik, und nicht die Scheinmaßnahmen der Reichsregierung, könne die amerikanischen Waffenstillstandsbedingungen erfüllen. Grundlage dieser Bedingungen waren die 14 Punkte des US-Präsidenten Wilson, in denen unter anderem das Ende des U-Boot-Krieges, die Räumung der besetzten Gebiete und demokratische Vertreter als Bevollmächtigte des deutschen Volkes gefordert wurden. Henke deutete in seiner Rede die zeitgleichen Revolutionen in Kiel, Hamburg, Wilhelmshaven, Lübeck und Hannover als Zeichen der sich ausbreitenden Weltrevolution. (bik)

 

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Erstellt am 17.01.2001

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