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Bordüre

D ie Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft

Hans verkörpert den Träumer, der sich in der bürgerlichen modernen Welt nicht zurecht findet und deshalb scheitern muss. Hoffmann verachtet den Typus, weil er selbst einmal ein Träumer war.


Hans repräsentiert den Archetypus des Träumers, der sich den Anforderungen der neuen veränderten Umwelt nicht gewachsen zeigt und deshalb scheitert. Er ist der Romantiker in der beginnenden Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts.

Heinrich Hoffmann erzählt in seinen Lebenserinnerungen, dass er selbst einmal selbst ein Träumer war, sehr zum Missfallen seines Vaters. Dieser erstellte dem kleinen Heinrich einen detaillierten Stundenplan, nach dem dieser seine Tage zu verbringen hatte, um nicht unterzugehen in der Flut des alltäglichen Lebens. Obwohl er anfangs wohl widerstrebte, meinte er später, er habe es nur der unerbittlichen Strenge der Vaters zu verdanken, dass aus ihm doch noch etwas Rechtes geworden sei.

Spott überall

Hoffmann verurteilt daher die Figur des Hans entschieden. Die bürgerliche Lebensform mit ihren Wertsetzungen wird an keiner Stelle angezweifelt. Hans wird von allen verspottet, selbst die Fische lachen ihn aus, denn wer sich nicht auf des Alltägliche konzentriert, fällt unweigerlich auf die Nase. Das Scheitern und Fallen von Hans ist das konkrete aufgefasste und so ins Komische gewendete Scheitern eines Menschen, der unfähig ist, sich auf das Nächstliegende zu beschränken, aber auch nicht den Mut findet, den vorgeschriebenen Weg zu verlassen. (bik)


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Erstellt am 07.11.2001

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