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Bordüre

D ie Geschichte vom Suppenkaspar

Der Kaspar, der sich weigert starrsinnig, seine Suppe aufzuessen, stirbt letztendlich - unmissverständlche Warnung an alle schlechten Esser.


Anders als in den anderen Geschichten wird hier nicht ein unartiges Kind gegen die artigen Kinder, die das Buch lesen, ausgespielt, sondern der Gegensatz spiegelt sich in einer Person wider. Kaspar wird zunächst als Musterknabe dargestellt, getreu dem Motto vieler Eltern bis heute, nur ein kugelrundes Kind sei ein gesundes Kind. Sein Aussehen und seine Befindlichkeit sind Folge seines Gehorsams beim Essen."

Doch plötzlich weigert sich Kaspar, scheinbar ohne Grund, seine Suppe zu essen. Vielleicht möchte er etwas Besseres essen, aber darauf wird nicht eingegangen. Mit der dreimaligen Wiederholung seiner Weigerung erscheint er starrsinnig. Damit wird jede Identifikation der Leser mit Kaspar unterbunden, dem ist nicht zu helfen. Der Protest geht allerdings ins Leere, niemand reagiert.

Todesdrohung

So spitzt sich die Situation dramatisch zu. Die Drohung mit dem Tod soll die kleinen Leser disziplinieren, wobei die Logik der natürlichen Konsequenz (wer nicht isst, stirbt) durch schlichte Übertreibung zur Täuschung wird - keiner stirbt, der vier Tage gefastet hat. Doch die Geschichte hat seine Wirkung getan, wenn das ungezogene Kind seinen Teller leer isst, weil ihm mit dem Schicksal des Suppenkaspar gedroht wird. (bik)


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Erstellt am 07.11.2001

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