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Bordüre

D er Vorspruch

Im Vorwort wird das Buch als Belohnung angekündigt für artige Kinder - die Geschichten zeigen dann, was mit unartigen Kindern passiert.


Seit der 3. Auflage kündigt der Vorspruch das Buch vom "Struwwelpeter" als Belohnung für wohl erzogene Kinder an. Wie sich die Kleinen zu verhalten haben, steht zum Teil im genauen Kontrast zu den nachfolgenden Geschichten: also die Suppe essen, still sitzen und so weiter.

"Lustige Geschichten und drollige Bilder" verspricht der Untertitel, doch was folgt, sind eher grausige Geschichten von Verstümmelung, Krankheit und Tod. Was als Belohnung angekündigt ist, zeigt also gleich Strafritual und Schreckbilder für alle, die nicht "artig" sind.

Politische Veränderungen

Interessant ist, dass die bildnerische Gestaltung des Vorspruchs im Laufe der Zeit (wie alle Bilder des "Struwwelpeters") immmer wieder verändert wurde. Hier sind die Veränderungen allerdings weniger aus ästhetischen Gesichtspunkten, als vielmehr aus politischen Gründen geschehen: Im Original hängen links und rechts neben dem Christkind im Rankenwerk ein Spielzeugsoldat, Säbel und Karabiner. In den ersten Nachkriegsversionen nach 1945 wurden diese typischen Accessoires des letzten Jahrhunderts weggelassen. (bik)


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Erstellt am 07.11.2001

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