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Bordüre

H einrich Hoffmann - der Autor

Heinrich Hoffmann war ein politisch engagierter Nervenarzt, der im 19. Jahrhundert in Frankfurt am Main lebte. Sein "Struwwelpeter" war zwar nicht sein einziges Buch, aber mit Abstand sein erfolgreichstes.

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Struwwelpeter

Der Autor des "Struwwelpeters" wurde nie so berühmt wie sein erstes Kinderbuch. Heinrich Hoffmann selbst schrieb in seiner Autobiografie, dass der kleine Schlingel Struwwelpeter und seine Freunde ganz ohne Blutvergießen und friedlich die ganze Welt erobert hat.

Hoffmann selbst blieb seiner Heimatstadt Frankfurt am Main fast immer treu. Geboren wurde er dort am 13.7.1809 als Sohn des Architekten und Städtischen Wasser-, Wege- und Brückenbauinspektors Philipp Jacob Hoffmann und dessen Frau Marianne Caroline, die allerdings ein halbes Jahr nach seiner Geburt verstarb. Der Vater heiratete einige Jahre später die jüngere Schwester seiner ersten Frau.

Lebensaufgabe Irrenanstalt

Heinrich Hoffmann studierte Medizin in Heidelberg, Halle und Paris, kehrte dann aber wieder nach Frankfurt zurück, wo er zunächst bei einer Armenklinik arbeitete. Später war er Lehrer der Anatomie am Senckenbergischen Institut, bis er schließlich 1851 Anstellung als Arzt an der Städtischen Anstalt für Irre und Epileptiker fand. Hier fand er seine Lebensaufgabe: Er erneuerte die Irrenanstalt sowohl architektonisch als auch pflegerisch nach modernsten Erkenntnissen. Sechs Jahre nach seiner Pensionierung starb Hoffmann am 20.9.1894 in Frankfurt.

Heinrich Hoffmann war vor allem in seiner Jugendzeit politisch aktiv. So war er Mitglied in einer Freimaurerloge, aus der er nach einigen Jahren allerdings wieder austrat, da ihm die antisemitischen Tendenzen einiger Männer in seiner Loge nicht gefielen. Er beteiligte sich an den Vorbereitungen für das erste Deutsche Sängerfest 1838 und war 1848 Mitglied des Frankfurter Vorparlaments. Außerdem gründete er einige schöngeistige Zirkel, wie die "Gesellschaft der Tutti Frutti", in der Künstler, Wissenschaftler und Schriftsteller Vorträge zu den verschiedensten Themen hörten. Diese Gesellschaft richtete sich ebenso wie der von Hoffmann gegründete "Bürgerverein" gegen Standesunterschiede, die in seiner Zeit noch klare Grenzen darstellten.

Politische Satiren

Heinrich Hoffmann hat nach dem "Struwwelpeter" noch weitere Kinderbücher geschrieben ('König Nussknacker und der arme Reinhold', "Bastian der Faulpelz", "Prinz Grünewald und Perlenfein mit ihrem lieben Eselein" u.a.). Außerdem verfasste er zwei politische Satiren: 1848 das 'Handbüchlein für Wühler oder kurzgefasste Anleitung in wenigen Tagen ein Volksmann zu werden' unter dem Pseudonym Peter Struwwel als von der Revolution Enttäuschter. In der Vorrede schreibt er davon, dass sie Demokraten in der Paulskirche, statt gemeinsam für ein geeintes Deutschland zu kämpfen, politische Fraktionen bildeten und sich gegenseitig bekämpften. Daraufhin feierten die konservativen Kreise Hoffmann als "Mann der Mitte", was den Arzt aber scheinbar nicht gefiel. 1849 schrieb er, als unparteiische Entschädigung und als Gegengift, wie er selber meinte, "Der Heulerspiegel, Mitteilungen aus dem Tagebuch des Herrn Heulalius von Heulenberg", in dem er die Ängste der Bürger und Aristokraten vor der Revolution aufs Korn nimmt.

Struwwelpeter

Mit seiner Frau Therese Donner hatte Hoffmann drei Kinder, und seinem erster Sohn Carl, der 1841 geboren wurde, verdanken wir die Entstehung des "Struwwelpeters". (bik)

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Erstellt am 31.10.2001

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