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Bordüre

T anzcafés und Live-Musik

Am liebsten trafen sich die Bremer Swingkids in Tanzlokalen wie dem Atlantic Café oder dem Astoria. Dort konnten sie noch lange gute Musik live hören. Da sie meistens minderjährig waren, ließen sie sich einiges einfallen, um dennoch in die Lokale zu kommen.


Das Schönste für die Swingkids war, Swingmusik live zu hören. In Hamburg trafen sich die Jungen und Mädchen im Alsterpavillon, in Bremen gingen sie ins Atlantic Café in der Knochenhauerstraße, ins Astoria, Katharinenstraße, in das Europa-Café am Bahnhof und andere Lokale, um Bernhard Etté, Juan Llossas, Barnabas von Gecy und andere Bands zu hören.

Vor allem die holländischen Orchester wie Ernst van't Hoff und John Kristel oder der Schweizer Teddy Stauffer galten als besonders swingend. Diese Bands hatten einen ganz besonderen "drive", weil sie in engerem Kontakt mit England oder Amerika standen als deutsche Bands. Vielleicht auch, weil ihnen die patriotischen Vorbehalte fehlten, die viele deutsche Musiker daran hinderte, sich unbekümmert über die nationalsozialistische Tabus hinwegzusetzen.

Not macht erfinderisch

Da die Bremer Swing-Boys und Swing-Girls meist minderjährig waren und nie viel Taschengeld erhielten, mussten sie sich einiges einfallen lassen, um die geliebte Musik live zu erleben: Einige waren im Astoria oder Atlantic so bekannt, dass sie Dauerkarten bekamen, sogenannte "Passepartouts". Oder sie konnten die Portiers mit Zigaretten und Cognac bestechen. Andere, wie Herbert Wenzel, der 1926 geboren wurde, fanden Schleichwege:

    "Wir hatten irgendwie so einen Dreh bekommen, dass wir hinten rum ins Atlantic kamen, so über die Dächer und durch den Keller. Wenn die anderen, die in der Schlange standen, endlich kamen, saßen wir schon längst auf der Balustrade." (bik)

 

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Erstellt am 04.08.2000

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