Zusammenfassung | Melanesien | Mansren-Kult | Vailala-Wahn | Yali-Letub-Bewegung | Analyse | Führer | Ursachen | Auslöser | Mittel | Ziel | Ergebnisse

Bordüre

V ailala-Wahn

Ein alter Mann namens Evora verkündete nach Trance-Zuständen die Ankunft der Ahnengeister, die Cargo mitbringen würden. Die Kult-Anhänger gaben ihre tägliche Arbeit auf und entwickelten einen Hass auf die Weißen. Verhaftungen beendeten den Kult nach einigen Jahren.


Palme

Der Vailala-Wahn, das zweite Beispiel, tauchte das erste Mal 1919 entlang der Golf-Küste Papuas auf. Auslöser war ein alter Mann namens Erara, der nach Todesfällen in der Familie in Trance-Zustände fiel. Seine "automanischen Anfälle" verbreiteten sich, als seien sie ansteckend. Bald gingen viele Dorfbewohner mit den Händen auf den Hüften umher, schwenkten Kopf und Körper und schnatterten unentwegt.

Evara verkündete nach seinen Anfällen, dass Schiffe mit den Ahnengeistern und Cargo ankommen werden und Mehl, Reis, Tabak und andere westlichen Güter den Papuas gehören werden. Die Weißen müssten seiner Meinung nach vertrieben werden. Andere Führer meinten jedoch zeitgleich, die Weißen seien bereits die Ahnen - was zu peinlichen Situationen für manche Kolonialbeamte führte...

Warten auf das Cargo

Als Folge dieser Prophezeiung gaben die Eingeborenen ihre Gartenarbeit und Handelsbeziehungen auf und warteten nur noch auf das Cargo. Der Kult nahm auch zum Teil puritanische Formen an: So wurden Verbrechen hart diszipliniert, durch öffentliche Anklage und Beichte wurde eine starke soziale Kontrolle ausgeübt. Traditionelle Zeremonien und Schmuck wurden abgelegt, stattdessen zog man europäische Kleider an. In den Missionsschulen lernten die Kultanhänger Lesen und Pidgin-Englisch.

Gleichzeitig wurde in der Bewegung aber auch der Widerstand gegen die Weißen und die Regierung geschürt - scheinbar ein Widerspruch, aber aus der Sicht der Papua zu verstehen: Sie wollten wie die Weißen sein, und das bedeutete auch, die Weißen zu verdrängen.

Keine Enttäuschung

Die örtliche Kolonialregierung war beunruhigt und nahm einige Führer fest. Dennoch flammte die Bewegung immer wieder auf. Das endgültige Ende kam erst 1931. Im Anschluss bildeten sich jedoch viele Legenden, die die Kult-Vergangenheit verklärten, obwohl die Prophezeiungen nicht eingetreten waren. Die Vailala-Leute waren überzeugt, eine wunderbare Zeit erlebt zu haben, in der viele wunderreiche Dinge geschehen waren. Man hatte einen Vorgeschmack auf die Endzeit erhalten. Nun konnte man sicher sein, dass noch Großes bevorstand.


weiter zur Yali-Letub-Bewegung

 

Erstellt am 24.05.2001

Hier geht's zurück nach Hause