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Y ali-Letub-Bewegung

Der eingeborene Hilfspolizist Yali, einst ein Mitarbeiter der Kolonialherrscher, wendete sich aus Enttäuschung ab und führte die Letub-Bewegung mit seinem Charisma. Unter seiner Leitung entwickelten sich politische Ideen, um die Papua aus ihrer Armut zu holen.


Palme

Die Letub-Bewegung wurde erstmals 1939/40 aktiv. Zunächst war es ein sehr traditioneller Kult, der auf einem großen moosbewachsenen Felsen in einem Wasserlauf praktiziert wurde. In ihm vermischten sich der überlieferte Schöpfungsmythos von zwei Brüdern und die biblische Geschichte von der Enterbung Harns, Noahs Sohn. Damit wurde die Tatsache erklärt, warum die Weißen das Cargo besaßen und die Papuas nicht.

Die Kult-Anhänger vernachlässigten den Gartenbau, schlachteten ihre Schweine und bemühten sich, Englisch zu lernen, um die Geheimnisse der Bibel kennen zu lernen. Für die Missionare hatte man nur Verachtung über, denn diese hätten den Eingeborenen "nur die Schale gegeben, nicht aber die Frucht", wie sie sagten.

Traditionalist Yali

Zu dieser Zeit hatte ein Mann namens Yali großen Einfluss. Er war Hilfspolizist und kooperierte mit der Kolonialregierung. Mit den verbreiteten Cargo-Ideen wollte er zunächst nichts zu tun haben, sie waren ihm zu "modern", Yali war eher ein Traditionalist.

Auf einer Reise nach Australien erlebte Yali die Ordnung und Sauberkeit der Weißen und empfand seine eigene Kultur als minderwertig. Er wusste, dass auch die Weißen hart arbeiteten für ihre Güter. Aber Yali war davon überzeugt, dass die Gütter der Weißen in Notzeiten zu Hilfe kämen, indem sie ihnen Hilfsflotten und Nachschubeinheiten schickten.

Enttäuschung von den Weißen

Der Letub-Kult versuchte, Yalis Popularität für sich auszunutzen und ernannte ihn zum Messias. In seiner Enttäuschung über das Christentum und die Weißen wurde er 1946 zum Cargo-Demagogen. Als er von der darwinistischen Abstammungslehre erfuhr, stärkte das seine Abneigung gegen die Weißen, denn obwohl er sie für überlegen gehalten hatte, glaubten sie daran, dass sie von Tieren abstammten - wie seine eigene alte totemistische Religion auch. Yali griff die lügenden Missionare und die gleichgültige Regierung scharf an und rief zum Widerstand auf. Die Letub-Bewegung unter seiner Führung verbannte alle christlichen Elemente und belebte die "Religion der Väter" wieder neu.

Yali war ein guter Organisator und ein Charismatiker, dem es gelang, eine straffe überregionale Organisation zu schaffen. Er forderte von der Regierung Entwicklungshilfeprojekte forderte. Er erhob eigene Steuern, um die Organisation zu unterstützen, verhaftete Ungläubige und drohte den Missionaren. Yali wurde zur wirklichen Bedrohung für Regierung und Mission. 1950 wurde er deshalb verhaftet und zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Auch nachdem er 1955 wieder frei kam, blieb Yali ein Bestandteil der Cargo-Mythologie.


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Erstellt am 24.05.2001

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