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Bordüre

L udditen in Yorkshire

Die zweite Welle brach im Januar 1812 in Yorkshire aus. Die Tuchscherer bildeten größere Gruppen, um die Fabriken zu stürmen. Bei einer Aktion kamen zwei Angreifer zu Tode. Als Folge wurde ein Fabrikant ermordet, ein anderer entging nur knapp einem Anschlag. Auch hier griff schließlich das Militär ein.


Zahnrad

Auch die Tuchscherer (cropper) in Yorkshire, die etwa zeitgleich mit den Ludditen in Nottinghamshire zur Gewalt griffen, hatten zuvor alle legalen Mittel ausgeschöpft, um ihre Handarbeit gegen die Einführung des Scherrahmens zu sichern. Sie waren hochqualifiziert und gut bezahlt, hatten eine Idee von einer besseren Zeit und besaßen bereits eine gewisse Organisation. Allerdings hatte sich ihre Situation verschlechtert, nachdem einige Gesetze, die die Anzahl der Lehrlinge und Maschinen pro Meister regulierten, abgeschafft worden waren. Und die neuen Scherrahmen drohten, ihnen ihren Status zu nehmen.

Protestrituale mit Drohbriefen

In Yorkshire gab es größere Fabriken. Dadurch waren auch größere Gruppen, bis zu 150 Männer, zur Erstürmung notwendig. Trotzdem gingen die Gruppen derart kontrolliert vor, dass man eine vorherige Planung annehmen muss. Allerdings gab es wohl keine einzelnen Anführer. Wohl aber ein regelrechtes Protestritual: Zuerst bekamen unfaire Meister und Verleger Drohbriefe. Gleichzeitig wurde in der Bevölkerung für die Ludditen-Bewegung Geld gesammelt. Bei heimlichen Treffen wurden die Ziele bestimmt: In nächtlichen Aktionen wurden schließlich die Maschinen gestürmt, Waffen und Vorräte besorgt. Die von der Regierung eingesetzten Spione berichteten auch von Drillübungen und Eidesschwüren im Dunkel der Nacht, die den Ludditen den Charakter einer Guerilla-Truppe verliehen.

Eskalation mit drei Toten

Am 19. Januar 1912 wurden in der Grafschaft Yorkshire die ersten Rahmen in Leeds angegriffen, weitere Aktionen folgten in Huddersfield. Die Form ihres Protestes war zunächst ähnlich der in Nottingham. Die Yorkshire-Ludditen stießen aber bis April 1812 kaum auf Gegenreaktion, da Magistrate und Militär die Verantwortlichkeiten nicht klären konnten. Erst ein größerer Angriff auf eine stark verteidigte Fabrik brachte zwei Todesopfer auf Seiten der Ludditen. Damit eskalierte die Gewalt: Ein Fabrikant wurde ermordet, ein weiterer überlebte nur knapp einen Anschlag. Die Autoritäten wurden beunruhigt durch nächtliches Drillen der Ludditen-Truppen, Plünderungen und Marktunruhen unter dem Namen einer "Lady Ludd". Die Sympathien in der Bevölkerung nahm ab. Spione und ein starkes militärisches Aufgebot beendete die Bewegung in Yorkshire schließlich im September 1812. (bik)

 

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Erstellt am 09.01.2001

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