Größte Lehrveranstaltung an der Uni

Hermann Havekost herrscht über Bücher und andere Medien in der Oldenburger Unibibliothek

(veröffentlicht in der Nordwest-Zeitung, 30.4.1999)


Oldenburg. Das Durcheinander, das mitunter auf dem Schreibtisch von Hermann Havekost herrscht, lässt nicht sofort darauf schließen, dass er der Herr über unzählige, sehr wohlgeordnete Bücher ist. Seit 25 Jahren leitet Havekost die Uni-Bibliothek. Als er 1973 von Bremen nach Oldenburg kam, reizte ihn die Aufgabe, die neue Universitätsbibliothek ganz nach seinen eigenen Vorstellung zu gestalten.

Und die waren und sind eher ungewöhnlich: Schon die Gebäudeplanung nahm er mit in die Hand. "Die Leute wussten ja nicht, wie man eine Bibliothek baut", meint er. So entstand nach seinen Entwürfen die Bibliothek am Uhlhornsweg. Für Havekost sollte sie mehr sein als nur ein Ort, wo Bücher aufbewahrt und studiert werden: "Die Bibliothek ist die größte Lehrveranstaltung der Universität." Manche der Studierenden verbringen hier mehr Zeit als in den Seminaren, hat er beobachtet. Deshalb soll es auch gemütlich zugehen.

Neue Medien immer wichtiger

Doch der gelernte Jurist hatte noch ein weiteres Konzept im Kopf. Ein Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) für die Region wollte er aufbauen, wo Bücher und andere Medien nicht nur Studierenden, sondern der ganzen Bevölkerung zur Verfügung stehen sollten. "Damals waren das noch Schallplatten und Filme, heute sind es auch CDs und Videos." Für das BIS wurden die neuen Medien immer wichtiger. Und da ist Havekost in seinem Element. In Heimarbeit programmierte er schon Anfang der 80er Jahre eine Software, die die Literaturverwaltung erleichterte. Und er sorgt stets dafür, daß wichtige Quellen im Internet für jedermann frei zugänglich werden.

Ein Jahr vor seiner Pensionierung zieht Havekost eine positive Bilanz:"Auch gegen viele Widerstände konnte ich meistens durchsetzen, was mir vorschwebte." (bik)

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