Der "Elchtest" für neue Hörgeräte

In Oldenburg testen Wissenschaftler neue Hörgeräte, ihr Ziel: die Gründung eines Europäischen Zentrums für Hörtechnologie

(veröffentlicht in der Nordwest-Zeitung, 11.5.1999)


Oldenburg. Jeder dritte Bundesbürger hört schlecht, jeder zehnte bräuchte ein Hörgerät. Seit 1996 das Hörzentrum als fünftes universitäres An-Institut gegründet wurde, sind Menschen mit Hörproblemen in Oldenburg besonders gut aufgehoben.

"Wir bilden mit dem Hörzentrum eine Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung, Hightech-Industrie und Gesundheitswesen", sagt der wissenschaftliche Leiter, Professor Dr. Dr. Birger Kollmeier. Zusammen mit dem Oldenburger Evangelischen Krankenhaus und Psychologen, Pädagogen sowie Informatikern der Uni erforscht der Physiker und Medizine Kollmeier Hörstörungen.

Vorschläge aus dem Hörlabor

Neben der Patientenberatung ist die angewandte Hörgeräte-Forschung die Hauptaufgabe des Hörzentrums. Dabei wird eng mit der Hörgeräteindustrie zusammengearbeitet. "Wir machen den 'Elchtest' für neu entwickelte Hörgeräte", erläutert Kollmeier. Bevor die digitalen Hörgeräte in den Handel gelangen, werden sie in Oldenburg getestet: "Aufgrund unserer Erfahrung können wir genau sagen, was verbessert werden muß." So wurde im vergangenen Jahr eine Langzeitstudie abgeschlossen, die ein "intelligentes Hörgeräte" im Mini-Format testete. Dieses Gerät ermöglicht seinem Träger per Computer, störende Nebengeräusche von wesentlichten Stimmen zu filtern.

Die Industrie profitiert sowohl von den Fachkompetenz der Wissenschaftler als auch von der Firmenneutralität des Hörzentrums: "Wenn wir sagen, ein Gerät ist gut", so Kollmeier, "dann ist das natürlich für den Kunden glaubhafter, als wenn das nur die Herstellerfirma behauptet." Kollmeiers Ziel ist es, in der nahen Zukunft in Oldenburg ein "Europäisches Zentrum für Hörtechnologie" zu gründen, mit einem entsprechenden Studiengang an der Universität. (bik)

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