Pflanzen die Photosynthese abschauen

Professor Parisi sucht an der Uni Oldenburg nach neuen leistungsfähigen Halbleitern für die Solartechnik

(veröffentlicht in der Nordwest-Zeitung, 28.6.1999)


Oldenburg. Eine besonders vielversprechende Möglichkeit, aus Sonnenenergie Strom zu gewinnen, ist die Photovoltaik. An der Oldenburger Universität wird seit vier Jahren intensiv erforscht, wie diese Methoden verbessert werden können.

Hauptvertreter dieses Forschungsbereiches ist Professor Dr. Jürgen Parisi. Eines seine Spezialgebiete sind Halbleiter, die in der Solarforschung eine wichtige Rolle als Energiewandlungs- und Transportmaterial für den erzeugten Strom spielt. Wir wollen die Photosynthese der Pflanzen nachahmen, dafür müssen wir aber noch viel mehr verstehen", gibt Parisi zu. Die üblichen Halbleiter seien in ihrer Herstellung relativ teuer. Andere anorganische und organische Materialien seien preiswerter, aber nicht leistungsstark. Ziel sei es, möglichst preisgünstige und dennoch leistungsfähige Halbleiter für eine breite Nutzung der Sonnenenergie zu finden.

Wind und Sonne effektiv nutzen

Ein weiterer wichtiger Bereich in der Oldenburger Energie- und Halbleiterforschung (EHF)ist die Energiemeterologie. "Dabei geht es nicht darum, wie wird das Wetter, sondern was bringt das Wetter für die Energiegewinnung", erläutert Parisi. Um Wind- und Solarenergie wirtschaftlich einzusetzen, müsse man genau wissen, welche Ressourcen zur Verfügung stünden, aber auch, welche in den nächsten Stunden tatsächlich nutzbar seien.

Deshalb berechnen die Forscher mit Modellen und Simulationen die bestmögliche Position von Windkraftanlagen. "Außerdem können wir dadurch auf 48 Stunden vorhersagen, ob genug Wind vorhanden ist, um die Turbinen anzutreiben, oder ob die Energieversorger zusätzlich Strom aus anderen Kraftwerken einspeisen müssen." Weil diese Themen besonders zukunftsträchtig sind, konnten in den vergangenen Jahren viele Drittmittel gewonnen werden. (bik)

 

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