Lichteffekte sorgen für gruselige Atmosphäre

Musicalstar Hans Neblung als Frank-n-Furter nun im Bremer Waldau-Theater

(veröffentlicht in der Nordsee-Zeitung, 31.8.2000)


Bremen. Aus dem Cassettenrecorder am Bühnenrand schallt "Don’t dream it, be it", neun Menschen in legerer Kleidung bewegen sich langsam auf der fast leeren Bühne, einige klackern mit hochhackigen Schuhen, in ihrer Mitte ein hochgewachsener Schlanker mit weißer Federboa: Hans Neblung, den Bremerhavenern noch gut in Erinnerung in seiner Paraderolle als Frank-n-Furter, probt einmal wieder die "Rocky Horror Show".

Am Sonnabend ist Premiere im Bremer Ernst-Waldau-Theater. Dann liegen drei Wochen intensiver Arbeit hinter der Truppe: Täglich bis zu zwölf Stunden haben die Darsteller, Musiker, Techniker und die Regisseurin Ricarda Ludigkeit gesungen, getanzt und gespielt, bis jeder Ton und jeder Schritt sitzt.

"Ganz andere Show"

Seit fünf Jahren ist Neblung Frank-n-Furter, mehr als 300 Mal hat er "im Fummel" das Kultstück aufgeführt, zunächst in Bremerhaven, dann auch in Chemnitz, und nun in Bremen. "Rocky Bremen ist unser Baby, das aus dem Bremerhavener Team gewachsen ist", erklärt Neblung. Martin Kemner spielt auch in Bremen den Riff-Raff, und auch die Band ist die gleiche.

Aber anders als in der Seestadt sind diesmal alle Darsteller Musicalprofis, die bereits in Hamburg und Wien gearbeitet haben. Und auch die Inszenierung ist eine andere als in Bremerhaven, versichert Neblung: "Es ist eine ganz andere Show, der Schwerpunkt von Musik und Dialog ist anders, die Choreographie ist fetziger, und natürlich auch das Bühnenbild."

Reis, Toilettenpapier und Spritzpistole

Das Bühnenbild ist eine fast nackte Bühne, ein metallenes Gerüst, auf der die Musiker sitzen, eine Wendeltreppe und ein Rolltor, hinter dem sich das "Labor" des Frank-n-Furter versteckt. „Wir wollten uns bewusst reduzieren und dadurch unsere Kreativität anspornen“, so Neblung. Fein ausgeklügelte Lichteffekte sorgen für die gruselige Atmosphäre, und die roten Plüschsessel des Waldau-Theaters passen optisch gut dazu.

Und natürlich wird es in Bremen auch die typischen Utensilien zum Rocky geben: Reis, Toilettenpapier und Spritzpistole im praktischen "Rocky-Horror-Mitmach-um-den-Bauch-binde-Behälter", inklusive Zeitung mit den wichtigsten Zwischenrufen - für die weniger Rocky-kundigen Zuschauer.

Sogar auf der Expo ein Erfolg

Vor einigen Wochen trat Hans Neblung mit dem "Rocky" auch auf der Expo in Hannover auf: so zu sagen als "Vorgruppe" zum Film, vor 6000 Zuschauern. "Die Stimmung war irre, am Ende tanzten mehr als 30 Kostümierte aus dem Publikum den Timewarp mit mir", strahlt Hans.

Neben dem Musicalstar Hans Neblung gibt es aber immer noch auch den Entertainer Hans Neblung. "Rocky ermöglicht mir erst meine Solo-Programme, und die Solo-Programme geben mir Abwechslung."

"Theater vom Meer ins Land wehen"

Dass er sich jetzt ausgerechnet nach Bremen gewagt hat, hat seine besonderen Gründe: "Die Bremer sind ziemlich skeptisch, was denn da wohl aus Bremerhaven kommt. Ich will aber zeigen, dass Theaterereignisse auch vom Meer ins Land wehen können." (bik)

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