Vom Pferdefuhrwerk zum Wintergarten

Firma Demelt: Tradition mit Zukunft im Metallbau

(veröffentlicht in der Nordsee-Zeitung, 14.10.2000)


Debstedt (Gemeinde Langen). Als Hartmut Spreen vor 25 Jahren bei der Firma Demelt KG anfing, hieß sein Beruf noch Schlosser. Heute werden die Lehrlinge als Metallbauer und Konstruktionstechniker ausgebildet. Und nicht nur der Name hat sich verändert: Das Berufsbild ist vielseitiger geworden.

"Vor 25 Jahren gab es nur den Seniorchef, den Juniorchef, einen Lehrling und mich", erinnert sich Spreen. "Heute arbeiten hier 20 Menschen. Auch mehr Maschinen sind dazu gekommen. Dadurch ist die Arbeit zwar etwas leichter geworden, aber sie hat auch zugenommen, genauso wie die Angebotspalette."

Volles Auftragsbuch

Firmengründer Paul Demelt hat im Jahr 1925 noch Pferde beschlagen, Fuhrwerke repariert und schmiedeeiserne Tore gefertigt. Später kamen Blitzableiter hinzu und Treppengeländer, Überdachungen und Zäune. Nachdem Sohn Hellmuth den Betrieb im Jahr 1959 übernahm, lernte auch Enkel Bernd Demel das Handwerk des Metallbauers. Seit 1979 ist er der Firmeninhaber, und sein Sohn Marcus wird wohl, wenn die Zeit gekommen ist, das Geschäft in der vierten Generation übernehmen.

Heute fertigen die Mitarbeiter sowohl Aluminium-Wintergärten und Rolltore als auch gusseiserne Handläufe und Automatiktüren an. Über mangelnde Aufträge kann sich das Familienunternehmen nicht beschweren: Zahlreiche Anfragen garantieren Vollbeschäftigung über das ganze Jahr.

Schmiedefeuer brennt noch heute

Und im Gegensatz zu vielen Betrieben in dieser Branche wird bei Demelt immer noch das Schmiedefeuer angefacht. Dann schmiedet Bernd Demelt wie früher sein Großvater kunstvolle Verzierungen für Türen, Balkone oder die Restaurierung alter Friedhofszäune.

Ein traditionsreicher Betrieb in einem traditionsreichen Handwerk, der für junge Leute immer noch interessant ist. Der 16-jährige Timm Jaworski hat im August mit seiner Lehre bei Demelt begonnen. Er ist glücklich über seinen Ausbildungsplatz: "Nachdem mir das Praktikum dort so gut gefallen hat, habe ich immer wieder nachgefragt, ob ich denn dort anfangen könnte. Ich bin da regelrecht hinterher gelaufen, und schließlich hat es geklappt." Flächen schleifen und Rohre bohren darf er bereits, bis er es beherrscht. "Dann kann ich wieder etwas Neues ausprobieren, Schritt für Schritt."

"Handwerkliches Geschick zeigt sich"

Lust, mit Metall umzugehen, muss ein Lehrling mitbringen, sagt Edith Demelt, die Frau des Chefs, die das Büro mit einer Angestellten managt. "Das Haupt- oder Realschulzeugnis sollte einigermaßen gut sein, sonst wird die Berufsschule zu schwer. Vor allem aber sollte der Jugendliche Interesse mitbringen."

Wenn sich jemand bei ihnen vorstellt, der sich bereits über die Firma informiert hat, mache das einen guten Eindruck, erläutert sie. "Ob jemand wirklich handwerkliches Geschick hat, zeigt sich sowieso später." Und Hartmut Spreen fügt hinzu: "Wer nicht gerade zwei linke Hände hat, kann das Metallhandwerk lernen." (bik)

 

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