Ehepaar bei Wüstenrallye vorne

Elke und Arnold Christians verstehen sich auch am Steuer gut

(veröffentlicht in der Nordsee-Zeitung, 17.10.2000)


Debstedt (Gemeinde Langen). "Einmal Wüste, immer Wüste", schwärmen Arnold und Elke Christians. Vor zwei Jahren brachte sie eine Expedition zum ersten Mal nach Libyen, jetzt machten die beiden bei der Sahara Rallye Errimel mit - und gewannen prompt den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Und das mit einem serienmäßig ausgestatteten Landrover: "Als wir beim Start die hochgetunten und aufgemotzten Wagen der anderen Teilnehmer sahen, fühlten wir uns erst etwas nackt", gibt Arnold Christians zu. Ihre einzigen Hilfsmittel waren Kompressor und Navigationssystem.

Große Runde durch Tunesien

Nachdem sie gleich zu Beginn Pech hatten und nur als Zehnter von 16 Teams aus Deutschland und Österreich starteten, wollten sie "einfach nur durchkommen". An eine so guten Platzierung hatten sie gar nicht geglaubt.

Acht Tage lang ging es in einer großen Runde durch Tunesien: von Tunis über El Kantaoui, Tamerza, Douz und Ksar Ghilane wieder zur tunesischen Hauptstadt. Jeden Tag standen Spezialetappen auf dem Programm, die viel von Fahrer und Beifahrer verlangten, erzählt Elke Christians: "Die Strecken mussten mit Helm gefahren werden, unter dem wir bei 35 Grad im Schatten furchtbar schwitzten."

Unwegsames Gelände gewohnt

Auch das Gelände hatte es in sich: Halb ausgetrocknete Flussbetten, Sümpfe und Schotterpisten mussten bewältigt werden. Die Königsetappe führte durch eine Sandwüste voller Dünen. "Hier kommt es auf den richtigen Schwung an", weiß Arnold Christians. "Bei zu wenig Schwung rollt der Wagen wieder runter, bei zu viel Schwung fliegt er über die Kuppe, und wer weiß, was dahinter liegt."

Wichtig war Christians, der im Alltag bei der Autobahnmeisterei arbeitet, dass sein Landrover nicht zu Schaden kam - schließlich benutzt er sein Auto auch als Dienstwagen. Aber das Debstedter Ehepaar ist offroad-erfahren: Die beiden haben schon oft Wettbewerbe gewonnen, bei denen Geschicklichkeit in unwegsamen Gelände gefragt ist.

Erneut Blut geleckt

Dadurch konnten sie in Tunesien manche Klippe bewältigen, an denen andere scheiterten: Schaufel und Sandbleche kamen bei ihnen nur zum Einsatz, um anderen Teilnehmer zu helfen, die sich im weichen Sand festgefahren hatten. "Natürlich hat man sich geholfen, trotz allem Wettkampf waren wir ja eine Gruppe", erklärt Elke Christians.

Obwohl sie sich sehr auf die Route konzentrieren mussten und wenig Zeit für die Schönheit der Landschaft hatten, haben sie erneut Blut geleckt: "Wenn wir einen Sponsor finden, sind wir im nächsten Jahr wieder dabei", versichern die Christians. Dann allerdings mit verstärkter Motorleistung: Der olympische Gedanke, Dabeisein ist alles, sei ja ganz nett, aber gewinnen sei noch schöner, schmunzelt Arnold Christians. (bik)

 

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