Nicht länger diskriminieren

Kommentar zu "Ausländer oft unerwünscht"

(veröffentlicht in der Nordsee-Zeitung, 4.11.2000)


In deutschen Diskotheken unbeschwert tanzen zu gehen, darf kein Privileg von deutschen Staatsbürgern sein. Dazu wird es aber, wenn die Kontrollen so aussehen wie im Fall von Mario.

Natürlich ist die Sicherheit der Diskotheken-Gäste wichtig. Zu viel ist in der Vergangenheit geschehen, und leider waren auch ausländische Gäste beteiligt an Handgemengen in und vor Diskos. Die offiziellen Kriterien, nach denen unerwünschte Gäste abgewiesen werden, sind daher richtig und wichtig.

Clubkarten in Zeiten von Menschenketten

Aber offenbar gelten in der gängigen Praxis einiger Diskotheken andere Regeln: Wer dunkle Haare hat, nicht "deutsch" aussieht und keinen deutschen Pass vorweisen kann, bekommt Probleme.

Eine Clubkarte einzuführen, ist offenbar nicht die optimale Lösung. Warum wird sonst, wie bei Mario, trotz des Clubausweises noch nach dem Personalausweis gefragt? Hier werden Menschen allein wegen ihrer Herkunft diskriminiert - und das in Zeiten, in denen Menschenketten gegen Ausländerfeindlichkeit organisiert werden. (bik)

 

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