Landesbreitbandnetz in veränderter Form?

Fachleute empfehlen Intranet als Knotenpunkt - Deutliche Kostenersparnis

(veröffentlicht in der Nordsee-Zeitung, 30.11.2000)


Bremen / Bremerhaven. Das Landesbreitbandnetz (LBN) soll auch nach dem 31. Dezember 2000 weiter existieren. Das empfehlen Fachleute in einem Papier, das der Bremer Senatskanzlei und dem Wirtschaftsressort vorliegt. Eine Entscheidung steht im Dezember an.

Das LBN ist eine hochleistungsfähige Infrastruktur für breitbandige Kommunikationslösungen. Eingerichtet wurde es 1995, um Wissenschaft und Wirtschaft im Land Bremen an neue IT-Technologien heranzuführen. Im Gegensatz zum Internet sind anspruchsvollere Multimedia-Datenübertragungen möglich ein Standortvorteil für neue Unternehmen.

Mietverträge laufen aus

Das Land hatte dafür Glasfaserleitungen für 1,3 Millionen Mark jährlich angemietet. Die Endnutzer im Land Bremen, mehr als 180 Institutionen und Unternehmen, konnten zu einem geringen Pauschalpreis beliebige Datenmengen untereinander austauschen.

Nun laufen die Mietverträge zum Ende des Jahres 2000 aus. Zudem war in einem Gutachten im Auftrag des Wirtschaftsressorts im Frühsommer angezweifelt worden, dass die Einbindung der Unternehmen tatsächlich ein Verbesserung des Standortfaktors sei. Resümee der Gutachter: Das LBN solle als reines Wissenschaftsnetz weiter laufen, die Unternehmen können private Breitbandanbieter nutzen.

Breitbandnetze nicht einfach kombinierbar

Dagegen protestierten jedoch schnell Politiker und Unternehmer: Was sollte zum Beispiel mit einem Hightech-Betrieb geschehen, der mit einer Hochschule an einem gemeinsamen Projekt forscht und dafür große Datenpakete transportieren muss?

Im Gegensatz zum Telefonnetz oder dem herkömmlichen Internet sind Breitbandnetze nicht beliebig kombinierbar. Benutzt also zum Beispiel ein Unternehmen die Datenleitungen der Nordcom, die Universität aber das LBN, können die Informationen nicht ausgetauscht werden.

"Intranet" auf Landesebene

Als Lösung wird in dem internen Diskussionspapier nun vorgeschlagen, ein so genanntes Intranet auf Landesebene einzurichten. Das LBN würde dann umgeformt zu einem Knotenpunkt, der sowohl wissenschaftlichen als auch wirtschaftlichen Netze beziehungsweise Einzelunternehmen miteinander koppelt. Auch Schulen und Verwaltungen könnten sich einklinken.

Diese Lösung wäre für das Land Bremen mit etwa 800 000 Mark jährlich aus dem Investitionssonderprogramm günstiger. Gleichzeitig bliebe die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Bundeslandes erhalten. Im Dezember wird mit einer Senatsvorlage zu diesen Vorschlägen gerechnet. (bik)

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