"Atommüll geht auch Bremerhavener an"

Aktion Z sammelt Einwendungen gegen Zwischenlager Unterweser

(veröffentlicht in der Nordsee-Zeitung, 23.2.2001)


Bremerhaven. Heftige Böen haben gestern das gelbe Plakat in der "Bürger" gebläht, mit dem die Aktion Z Bremerhaven gegen das Atommüllzwischenlager in Kleinensiel protestierte. Innerhalb weniger Stunden kamen 667 Protest-Unterschriften zustande - die erste Aktion des Bündnisses war erfolgreich, freute sich Anke Krein.

Die Aktivisten machten aufmerksam auf die Pläne des Betreibers des Atomkraftwerks Unterweser, ein Zwischenlager für abgebrannte Brennstäbe zu errichten. Zurzeit liegen die Baupläne öffentlich in Rodenkirchen aus. Bis zum 5. April können Einwendungen erhoben werden. "Das geht auch die Menschen in Bremerhaven an", betont Joachim Scheffner, Mitglied der Aktion Z. "wenn in der Wesermarsch etwas passiert, ist die Weser keine Schutzmauer."

"Castoren sind nicht sicher"

Die Aktion Z Bremerhaven, die eng mit dem gleichnamigen Bündnis in der Wesermarsch zusammenarbeitet, kritisiert vor allem die Lagerung des Atommülls in Castorbehältern. Scheffner erläutert: "Die Castoren sind nicht sicher gegen Flugzeugabstürze oder Feuer geschützt, die Halle hat keine kontrollierte Be- und Entlüftung, Radioaktivität kann durch die einfachen Lüftungsschlitze in die Umgebung gelangen."

Die unsichtbare Bedrohung auf der anderen Flussseite macht auch Heike Brünjes und Britta Duhme Angst, Die beiden angehenden Erzieherinnen haben in der Schule von der Aktion Z erfahren und sich spontan entschieden, selbst Unterschriften für die Einwendungen zu sammeln. "Viele ignorieren die Gefahr einfach, dabei müssen wir uns heute gedanken machen", sagt Britta Duhme.

"Enorme Gefahr für uns"

Auch Anglea Barth hat die Liste unterzeichnet: "Das Zwischenlager wäre eine enorme Gefahr für uns. Man hört ja immer wieder, dass etwas mit dem Atommüll passiert." Aus ihrer Wohnung hat sie fast direkten Blick auf das Atomkraftwerk: "Wenn es da knallt, ist das mit dem Wind sofort bei uns."

Für Anke Krein, Mitglied der Grünen und der Aktion Z, ist weniger die Zahl der Unterschriften entscheidend, als vielmehr die der verschiedenen Einwendungen: "Die Behörde muss sich dann mit jeder einzelnen beschäftigen." Dann hätten die Aktionen eine Chance, den Bau zu verhindern.

Weitere Aktionen

Aktion Z wird in den nächsten Wochen an verschiedenen orten der Stadt und im Landkreis Listen auslegen. Die nächste Unterschriftenaktion ist am Sonnabend auf dem Geestemünder Wochenmarkt. (bik)

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