Ausbilder kommen aus der Wirtschaft

Bremerhavener Unternehmen Konzept Nord bildet Webmaster aus - International anerkannte Zertifikate

(veröffentlicht im Sonntagsjournal der Nordsee-Zeitung, 23.7.2000)


Bremerhaven. Von der Green Card für ausländische Computerexperten wird in diesen Tagen viel gesprochen. Aber auch die Ausbildung für Deutsche im IT-Bereich darf nicht vernachlässigt werden, warnen andere Stimmen. In dieser Branche entstehen viele neue Unternehmen. Eines davon ist die Firma Konzept Nord im Fischereihafen.

Praxisnah ist die Ausbildung für Netzwerkadministoren, die das junge Unternehmen um Geschäftsführer Ralf Wolter anbietet. Nach einer Basisausbildung über Netzwerke, Betriebssysteme und Datenbanken folgt eine Spezialisierung auf ein bestimmtes System. Je nach der Fähigkeit zu lernen können die Kursusteilnehmer auch in andere Bereiche springen.

"Praxiserfahrung unerlässlich"

Im Anschluss daran absolvieren sie ein Praktikum in einem Unternehmen. "Wir arbeiten mit Frosta, TAE in Osterholz-Scharmbeck oder dem Multimediacentrum Bremerhaven zusammen, haben aber auch schon Praktikanten in den Magistrat vermittelt", sagt Wolter. Ihre Aufgaben im Praktikum sind auf ihre Ausbildungsinhalte abgestimmt. Wenn in einem Unternehmen eine Datenbank eingerichtet werden soll, können die Praktikanten dort eigenverantwortlich zeigen, was sie gelernt haben. "Praxiserfahrung ist in diesem Bereich unerlässlich", weiß Wolter.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Ausbildung bei Konzept Nord sind die international anerkannten Abschlüsse. "Was bringt es den Leuten, nach einem Kursus ein Hauszertifikat von einem privaten oder staatlichen Bildungsträger zu haben, das aber nirgendwo sonst anerkannt wird?", fragt Geschäftsführer Wolter. Damit sei niemandem geholfen. Bei Konzept Nord werden die einzelnen Bestandteile der Ausbildung nach international standardisierten Prüfungen zertifiziert. Damit haben die Absolventen die gewissheit, dass ihre Qualifikation überall auf der Welt anerkannt wird.

Direkter Austausch mit der Wirtschaft

Zwei feste Dozenten arbeiten derzeit bei Konzept Nord, drei weitere kommen vom Osterholzer E-Commerce-Anbieter TEA, zusätzlich werden mehrere freie Dozenten verpflichtet. "Unsere Ausbilder kommen aus der Praxis und gehen dorthin zurück", erklärt Wolter, "das garantiert den direkten Austausch mit dem, was in der Wirtschaft tatsächlich benötigt wird."

Neben dem rein Fachlichen helfen die Mitarbeiter von Konzept Nord auch bei Bewerbung und Lebensplanung. "Viele unserer Teilnehmer haben sich als Berufssoldaten verpflichtet und bereiten sich durch die Weiterbildung auf das Zivilleben vor", erläutert Wolter. Da müsse man gemeinsam überlegen, wohin der einzelne Teilnehmer wolle und was er dafür an Ausbildung brauche.

Auch für Studenten und Arbeitslose

Neben den Soldaten, die vom Berufsförderungsdienst der Bundeswehr kommen, möchte Konzept Nord auch Arbeitslose ausbilden. Zurzeit bewirbt sich das Unternehmen als Weiterbildungsträger. Firmenschulungen bietet er bereits an, ebenso stark ermäßigte Kurse für Studenten und Hochschulabsolventen. "An den Hochschulen wird sehr gut wissenschaftlich ausgebildet", versichert Wolter, "aber die Studnetn haben dann noch keine Netzwerkerfahrung oder anerkannte Zertifikate."

Ein Lieblingskind von Konzept Nord ist die Ausbiildung zum Webmaster. "Wir sind derzeit als einziges Unternehmen in Bremerhaven in der Lage, durch zertifiiziertes Personal diese Schulung zu garantieren", sagt Wolter. Dass Webmaster ein geschützer Begriff ist mit entsprechenden Zertifikaten am Ende des Kurses, sei vielen noch nicht klar. Dabei erden Webmaster in der Zukunft immer wichtiger, je mehr Unternehmen auch im Internet Geschäfte machen wollen.

Suche nach neuen Konzepten

Neben der Ausbildung sei seine Firma aber auch ständig auf der Suche nach neuen Konzepten, erklärt Wolter: "Unser Name ist auch Programm." Vorstellbar sei eine Zusammenarbeit mit allgemein- und berufsbildenden Schulen, um dort die Ausbildung an Computern vorzubereiten. Auch eine Kooperation mit der Wirtschaft kann sich Wolter vorstellen: "warum sollen an den Schulen nicht Profitcenter entstehen, die Leistungen wie Internet-Recherche für andere Unternehmen erbringen oder eigene Entwicklungen verkaufen." Das sei zwar noch Vision, an der Konzept Nord aber bereits fleißig arbeitet. (bik)

 

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