Oster-Hinnerk

(Glosse)

(veröffentlicht in den Verdener Nachrichten, 30.03.2002)


Also, früher war das mit den Schokoladen-Osterhasen ja ganz einfach: Da wurden die übrig gebliebenen Weihnachtsmänner vom letzten Fest einfach in ein neues Staniol-Kleid gehüllt und wieder ab in die Regale gestellt. Das wusste jedes Kind.

Heute allerdings wird das immer komplizierter: Im vergangenen Jahr fing es damit an, dass ich im Schaufenster eines Süßwaren-Geschäftes in der Stadt einen leibhaftigen Osterbunny sah - lange blonde Locken, schlanke Taille und schokoladenbraunes Dekoletée, das Ganze mit zwei niedlichen Hasenohren und einem Bunny-Schwänzchen verziert... zum Reinbeißen! Ein Weihnachtsmann war das garantiert nicht, da war ich mir ganz sicher. Meine Frau fand das aber gar nicht witzig, und ich musste ihr einen Riesenblumenstrauß schenken, damit sie sich wieder beruhigte.

In diesem Jahr dann die ausgleichende Gerechtigkeit: Im Schaufenster des Schokoladenladens stehen mehrere Exemplare knackig-brauner "Ostermänner", mit den gestählten Muskeln an der richtigen Stelle - was man ja von mir nicht gerade sagen kann... Also hat meine Frau jetzt auch was zu gucken, wenn wir zusammen durch die österliche Fußgängerzone Verdens spazieren.

Und im Gegensatz zu ihr mache ICH keinen Ärger - im Gegenteil, ich habe schon heimlich so einen Schokomann für meine Gattin gekauft. Dass ich mir selbst dabei auch eine Häsin geholt habe, müssen Sie ihr ja nicht verraten... (bik)

 

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