"Wir müssen die Fanfare fröhlich blasen"

SPD-Unterbezirksparteitag: Klare Worte von Gastredner Ludwig Stiegler / Eckermann bleibt Vorsitzender

(veröffentlicht in den Verdener Nachrichten, 06.05.2002)


Verden. "Der 22. September wird darüber entscheiden, ob dieses Land in die Zukunft gerichtet bleibt oder eine Rolle rückwärts macht." Mit diesen Worten eröffnete der SPD-Bundestagsabgeordnete Joachim Stünker am Sonnabend den Unterbezirksparteitag der SPD im Kreis Verden.

Gleichzeitig war dies der offizielle Auftakt zum Bundestagswahlkampf, der, so Stünker, "vor Ort mit ungeahnter Schärfe geführt werden wird". Schützenhilfe bekam er vom Bundestagsabgeordneten Ludwig Stiegler, der im Verdener Parkhotel "Grüner Jäger" bayerisch-deftige Kritik an der CDU zum Besten gab: "Die Schwarzen sind so selbstbewusst, dass man sie drei Tage unter Wasser drücken könnte, und sie würden immer noch pöbeln." Davon könnten sich die Sozialdemokraten ruhig eine Scheibe abschneiden, ermutigte Stiegler die Kreisdelegierten: "Wir haben keinen Grund, in Sack und Asche zu gehen. Im Gegenteil, wir sind in allem besser als die Schwarzen."

"Schwarze hinterließen Saustall"

Er erinnerte an den "Saustall" bei den Staatsfinanzen, den die schwarz-gelbe Koalition hinterlassen habe. "Und die wollen uns jetzt was vom Haushalt erzählen?" Er zählte auf, was die SPD-Regierung bislang auf die Beine gestellt habe: "Das Jump-Lehrstellenprogramm für Jugendliche, die Wiederherstellung des Schlechtwettergeldes, die Rücknahme der hohen Medikamentenzuzahlung - alles Dinge, die wir rasch durchgezogen haben, die aber auch ebenso rasch wieder vergessen wurden, auch von unseren eigenen Leuten."

Auch zur Zuwanderungspolitik gab Stiegler seinen Kommentar ab: "Euer CDU-Bundestagskandidat Grindel spricht genauso wie unsere CSU. Entweder ist er blöd oder ein Verleumder und Lügner, denn das Gesetz öffnet nicht das Tor für unkontrollierte Zuwanderung." Die Schwarzen gingen mit falschen Behauptungen hausieren, um den Rechtsradikalen Zucker zu geben.

"Selbstbewusst in den Wahlkampf"

Zum Schluss appellierte der langjährige Bundestagsabgeordnete an alle SPD-Mitglieder, fröhlich und selbstbewusst in den anstehenden Wahlkampf zu ziehen: "Auch wenn uns der Wind manchmal entgegenschlägt, müssen wir die Fanfare blasen." Die Sozialdemokraten aus dem Kreis Verden dankten es ihm mit lang anhaltendem Applaus.

Derart eingestimmt, wählten die Delegierten ihren Unterbezirksvorstand. Mit 95 Prozent der Stimmen wurde Richard Eckermann zum dritten Mal Vorsitzender. Seine Stellvertreter sind Fritz-Heiner Hepke und Marlene König-Otte. Reinhold Asendorf wurde zum Kassierer gewählt, Hans-Albert Kurzhals zum Schriftführer und Heinz Möller zum Pressesprecher. Die Beisitzer: Christina Bührmann, Monika Heldberg, Dörte Liebetruth, Andrea Michalik, Wulf-Dieter Spilgies, Dieter Sprei, Dieter Tarnowsky.

Mitgliederzuwachs in Verden

Der Vorsitzende Eckermann erinnerte daran, dass der Verdener Unterbezirk der einzige in Nordniedersachsen sei, der einen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen habe. Auch nach innen zeige die Kreis-SPD Geschlossenheit und mische sich in die Gestaltung politischer Entscheidungen ein. All dies stimme ihn zuversichtlich, dass die Partei auch bei der Bundestagswahl die Mehrheit erringen werden, so Eckermann. (bik)

 

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