Gutes Festival mit wenig Zuschauern

Einsamkeit Thema auch bei Siegerfilm "Selda" / Nächster Filmsalat wahrscheinlich erst in drei Jahren

(veröffentlicht in den Verdener Nachrichten, 27.05.2002)


Verden. Tolle Filme, ein hohes Niveau, aber leider zu wenig Publikum, so fassten am Sonntag die Organisatoren des Filmsalats das 7. Verdener Kurzfilmfestival zusammen. Knapp 500 Gästen, davon etliche Filmemacher, kamen an vier Tagen ins Cine City am Holzmarkt, um sich 46 Kurzfilme anzuschauen.

Erleichtert, aber auch ein wenig enttäuscht war denn auch Hans Brüx, 2. Vorsitzender des Kommunalen Kinos Verden: "Es hätte eigentlich besser laufen müssen." Letztlich sei es auch eine Frage, ob Kurzfilme ein Thema für Verden seien. Der nächste Filmsalat komme auf jeden Fall frühestens in drei Jahren, wenn die nötigen öffentlichen Zuschüsse fließen.

Handwerkliche Perfektion

In diesem Jahr, erklärte Samir Nasr für die fünfköpfige Jury, war neben der handwerklichen Perfektion vor allem die immer wieder kehrende Thematik der Einsamkeit auffällig, um die auch der Siegerfilm, "Selda" von Susanne Zacharias kreist.

Der Preis für den besten Debütfilm ging an Uli Klingenschmitts "Lotto Normal". Die drei Förderpreise wurden verliehen an Dörthe Eickelberg für "Waldi und der Wolf", an Jan Schomberg für "Turnverein" und Oliver Held für "Spring". Der ungewöhnliche Animationsfilm "Grüßt unsíre Berge" von Sven Kauth und Stephan Schulz erhielt den Sonderpreis "Scheinwelten".

Sigmar Gabriel zu Gast

Einen kurzen Auftritt hatte am Mittag auch der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel, der auf der Juso-Landesveranstaltung in der Stadthalle weilte. "Ich bin eben mal vorbei gekommen in der Hoffnung, einen Film zu sehen", erklärte er, doch angesichts seiner Terminkalenders blieb ihm dafür keine Zeit. Stattdessen betonte er die Bedeutung der Förderung von Kunst und Kultur, die genauso wichtig sei wie Wirtschaftsförderung.

Neben den Juroren vergab aber auch das Publikum einen Preis, den Bürgermeisterin Angelika Lürman dem Kameramann Mathias Schick in Vertretung für die Regisseure Stefan Hillebrand und Oliver Paulus überreichte. Ihr Film "Die Wurstverkäuferin" war eindeutiger Favorit der Zuschauer. (...) (bik)

Externe Links:

 

Hier geht's zurück zu den Verdener Nachrichten