Auszeit in Wald und Feld

Freiwilliges Ökologisches Jahr: vielseitig und eigenverantwortlich

(veröffentlicht in den Verdener Nachrichten, 23.01.2002)


Verden. Nistkästen bauen, Plakate malen, Veranstaltungen planen und mit Kindern durch den Wald toben so vielseitig sind die Aufgaben, die Friederike Illers und Corinna Blank derzeit im Ökozentrum in Verden haben. Die beiden 20-Jährigen arbeiten dort seit September im Rahmen ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ).

Noch wählen wenige junge Frauen und Männer diese Möglichkeit, sich nach der Schule ökologisch zu engagieren. Doch die zwei haben die Entscheidung nicht bereut. "Das FÖJ ist eine sehr gute Möglichkeit, zwischen Schule und möglichem Studium eine Auszeit zu nehmen und auch noch etwas Sinnvolles zu tun", ist Friederike Illers überzeugt. Die Oldenburgerin hatte sich schon vorher bei Greenpeace engagiert, das FÖJ war für sie eine logische Konsequenz.

"Idealistische Menschen"

Ihre Kollegin aus Hagen (Westfalen) hatte zuvor mit Ökologie wenig am Hut, aber ein Besuch im Ökozentrum hat Corinna Blank überzeugt: "Die Leute hier sind idealistische Menschen, wie ich sie noch nicht kannte." Heute arbeitet sie bei Allmende neben den gemeinsamen Projekten mit Friederike auch ganz praktisch "auf dem Feld" im Perma-Kulturgarten.

Vor allem die thematische Vielfalt gefällt den jungen Frauen: Von der Friedensinitiative und dem Castor-Transport über die Globalisierung bis hin zur Betreuung einer Gruppe an der Grundschule am Lönsweg haben sie viele Möglichkeiten, Neues hinzuzulernen. "Als wir das erste Mal zu den Kindern kamen, hatte ich ein wenig Angst, so ganz allein und ohne große pädagogische Ahnung", gesteht Friederike Illers. Aber es habe ganz gut geklappt, sagt sie zufrieden.

Eigenverantwortlich

"Die Jugendlichen, die am Ökozentrum ihr FÖJ machen, sollen vor allem ihre eigenen Ideen verwirklichen", betont Jutta Sundermann von der Umweltwerkstatt, die beide vor Ort betreut. "Sie lernen, dass zu einem Projekt eben auch die Finanzierung und die Büroarbeit gehört."

Von ihren Eltern wurden die Mädchen in ihrer Entscheidung unterstützt. Das ist auch wichtig, denn außer 150 Euro (300 Mark) Taschengeld und die Sozialabgaben kriegen sie keine finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit. Ein Ärgernis, wie Jutta Sundermann weiß, denn in anderen Bundesländern gibt es zumindest Zuschüsse für Mietkosten.

Sinnvolle "Pause"

Trotzdem finden Friederike und Corinna, dass es für einige Schulabgänger sinnvoll sein kann, ein Jahr "Pause" einzuschieben. Das erste Mal von Zuhause weg, eigenverantwortlich arbeiten und Klarheit bekommen, in welche Richtung das Studium gehen soll allein deshalb hat es sich für sie schon gelohnt.

Die Bewerbungsfrist für das nächste FÖJ läuft Mitte Februar bis Mitte März. Nähere Informationen auch über die verschiedenen Einsatzstellen gibt es beim Niedersächsischen Landesinstitut für Ökologie (NLÖ) in Hildesheim oder im Internet unter www.nloe.de. (bik)

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