Eisenbahn bringt immer Frust und Ärger

Verspätungen und kein Ende / Hamburg-Pendler Werner Meyer klagt im Internet sein Leid

(veröffentlicht in den Verdener Nachrichten, 15.07.2002)


Verden. "Ein Leben als Pendler" hat Werner Meyer seine private Homepage (www.wodmeyer.de) überschrieben. Und tatsächlich steht dieses Motto sowohl für die Website als auch für sein Leben: Der Verdener ist seit Jahren Berufspendler nach Hamburg.

Seine ganz persönlichen Erfahrungen mit der Deutschen Bahn stehen denn auch im Mittelpunkt der Homepage. In einem langen Text hat er eine persönliche Statistik des täglichen Zuspätkommens und ein Protokoll über den Pünktlichkeitsgrad aufgelistet - nach seiner Beobachtung übrigens 61 Prozent statt der von Bahnchef Mehdorn versprochenen über 90 Prozent. Warum es immer wieder zu Zugverspätungen kommt, dafür hat auch Meyer keine Erklärung - über die Ursachen kann der Pendler zumeist selbst nur rätseln.

Gehörige Portion Wut im Bauch

Auch für Gelegenheitsbahnfahrer interessant sind die Texte zur Sauberkeit und Fahrgastbetreuung sowie die fast philosophische Betrachtung zur Erstellung von Statistiken. Und bei den "Highlights" möchte einem manches Mal das Lachen im Halse stecken bleiben. Meyer hat eine gehörige Portion Wut im Bauch über Mehdorn und seine Versprechungen. Aber er weiß auch: "Die Texte hören sich deshalb so krass an, weil ich mich auf die negativen Erlebnisse konzentriere."

Rückmeldungen bekommt er vor allem von Mitpendlern, die ähnliche Geschichten erleben, und Arbeitskollegen, die hier nachlesen können, warum er denn dieses Mal wieder zu spät kam. Daneben hat Werner Meyer auch erfreulichere Seiten auf seiner Homepage: Vor allem das große Hobby seiner Frau Julie, den eigenen Garten, hat er in farbenfrohen und schnell ladenen Fotos vorgestellt.

Mit "Meyer" wenig Chancen auf eigene Domain

Vor etwa einem Jahr hat sich Werner Meyer seine Internet-Adresse reserviert. "Wenn man Meyer heißt, dann hat man natürlich wenig Chancen auf den eigenen Namen." Also nahm er "wodmeyer", zusammengesetzt aus seinen drei Vornamen Werner Otto Dietrich. "Und diese Seite musste ja nun mit Leben gefüllt werden - was liegt da näher als meine täglichen Pendler-Erlebnisse." Zwei bis drei Stunden wöchentlich setzte er sich an seinen Computer, um die Seite zu pflegen, Das ist sie ihm wert. Denn, so sagt Meyer, "nicht aktualisierte Internet-Seiten sind wie kalter Kaffee." (bik)

Externe Links:

 

Hier geht's zurück zu den Verdener Nachrichten