Gebündelte Erfahrungen geben Hoffnung

Harm und Vera Timmer klären auf ihrer Homepage über die tückische Krankheit Multiple Sklerose auf

(veröffentlicht in den Verdener Nachrichten, 17.07.2002)


Langwedel. In schlichtem Hellblau präsentiert sich die Seite von Harm und Vera Timmer unter www.harm-timmer.de. Aber das äußere Erscheinungsbild ist nicht das Aufsehenerregende dieser Seite. Hier ist der Inhalt wichtig. Denn Vera Timmer aus Langwedel-Etelsen hat Multiple Sklerose (MS), und auf der Homepage präsentiert das Ehepaar Timmer zahlreiche Informationen rund um diese tückische Krankheit.

Gleich auf der ersten Seite begrüßt Vera Timmer die Besucher mit der Offenbarung, dass sie mit dieser Krankheit lebt und ihre Erfahrungen an möglichst viele Mitmenschen weitergeben möchte. "Als Veras Symptome auftraten, brauchten wir selbst Informationen, um zu ahnen, was da auf uns zu kommt", erklärt ihr Mann, der die Seiten entwickelt hat. Mit der Zeit sammelten sie viele Tipps und Hinweise zur MS. Die Suche wurde zwar durch das Internet leichter aber: "Viele Betroffene haben keine Erfahrungen im Internet und finden nicht, was sie suchen", weiß Vera Timmer. Also entstand vor etwa zwei Jahren die Idee, alles Gesammelte auf einer eigenen Homepage für andere Kranke und ihre Angehörige zu veröffentlichen.

Von Medikamenten bis Pflegegeld

Dementsprechend findet sich unter der Stichworten "Multiple Sklerose" und "Wissenswertes" viel Informatives: Was ist MS eigentlich, wie hat sie sich bei Vera Timmer gezeigt, welche Therapien und Medikamente hat sie bereits versucht. Daneben auch Texte über behindertengerechtes Bauen, Haushaltshilfen und Pflegegeld, Berufsunfähigkeit und Schwerbehindertenausweis. Regelmäßig informieren sie sich im Internet, ob es Neues gibt, das in die bestehenden Seiten eingearbeitet werden müsste. "Aber es gibt ja leider kaum etwas Bahnbrechendes."

Zusammengestellt hat die Texte Harm Tinmer. Der gebürtige Holländer hat dafür andere Webseiten "geplündert", teilweise auch niederländische MS-Seiten ins Deutsche übersetzt, und so eine kompakte Zusammenstellung vieler Aspekte der Krankheit geschaffen. "Die Ratlosigkeit der Betroffenen ist oft enorm", weiß Timmer, "dabei ist Wissen doch nötig, um seine Rechte durchzusetzen."

Probleme auch für Angehörige

Aber auch ein weiterer, sehr persönlicher Text ist auf der Timmerschen Seite zu finden: Harm Timmer schreibt, wie er selbst als Angehöriger einer MS-Kranken mit der Krankheit und ihren Auswirkungen zu kämpfen hat, welche Prozesse bei ihm ausgelöst wurden und was MS für sein Leben bedeutet. Er weiß, auch dass sich viele Gesunde von ihren MS-kranken Partnern trennen - sie halten die Unsicherheit über den Verlauf des Leidens nicht aus. "Gerade deshalb ist es schön, wenn man die Hoffnung geben kann, dass man mit dieser Krankheit nicht untergehen muss." (bik)

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