Platz 49 für das Arbeitsamt Verden

Firmenchefs: Gute Bewerber, lange Bearbeitungsdauer

(veröffentlicht in den Verdener Nachrichten, 15.08.2002)


Verden. "Wir können uns sehen lassen", meinte der Verdener Arbeitsamtsdirektor Joachim Duensing zufrieden, als er sich gestern die Ergebnisse der ersten repräsentativen Umfrage zur Qualität der deutschen Arbeitsämter anschaute. Seine Behörde nimmt unter den insgesamt 181 Ämtern Platz 49 ein und liegt damit im ersten Drittel.

Bei der Untersuchung des Wirtschaftsmagazins "Impulse" und des Meinungsforschungsinstitutes Forsa waren mehr als 18 000 Firmenchefs befragt worden. Dabei ging es unter anderem um Bearbeitungsdauer, Service, Kompetenz, angebotene Bewerber und Zusammenarbeit. Aus den Einzelbewertungen wurde eine Gesamtplatzierung ermittelt, und die sieht für Verden nicht schlecht aus.

"Unternehmen akzeptieren unsere Arbeit"

Einer der wichtigsten Werte für Joachim Duensing: die Qualität der Bewerber. Hier erreicht Verden einen 17. Platz. "Das zeigt uns die Akzeptanz unserer Arbeit bei den Unternehmen." Angesichts der niedrigen Arbeitslosenguote im Bereich Verden von zuletzt 6,4 Prozent sei es nicht so leicht, immer die passenden Bewerber zu finden. "Da haben es ostdeutsche Arbeitsämter, die quasi aus dem Vollen schöpfen können, leichter", vermutet Duensing.

Ebenfalls positiv wird in Verden das Eingehen auf spezielle Anforderungen bewertet, Duensing freut sich über einen sehr guten 11. Platz. "Im Rahmen der Massenverwaltung ist es ja oft schwer, die etwas komplizierteren Fälle nicht zu vernachlässigen. Aber das scheint uns gelungen zu sein."

Dünne Personaldecke

Einen Wermutstropfen hat Duensing jedoch auch entdeckt: Die Arbeitgeber billigen Verden in Punkto Bearbeitungsdauer nur Platz 133 zu. "Das ist ärgerlich, aber realistisch und hängt mit der dünnen Personaldecke im Arbeitsamt Rotenburg zusammen", so der Direktor. Ab Oktober rechnet er dort mit einer Entspannung.

Auf weitere Verbesserungen hofft der Arbeitsamtsleiter in den kommenden Monaten durch die versprochene Strukturreform der Bundesanstalt für Arbeit. "Wir haben ein sehr breites Instrumentarium zur Verfügung, aber die Arbeitsvermittler müssen leider zu viel Zeit mit umständlichen Formalitäten verbringen." Dass ausgerechnet die Politiker das jetzt kritisieren, findet Duensing jedoch merkwürdig: "Die haben es uns doch eingebrockt durch ständig neue Gesetze, die jedes Mal einen erheblichen Verwaltungsaufwand bei uns bewirken." (bik)

Externe Links:

 

Hier geht's zurück zu den Verdener Nachrichten