Ringkampf auf der Tanzfläche

Jugendtheatergruppe B.E.S:T. zeigt "Geschlechtergefechter"

(erschienen im Weser Kurier, 01.10.2004)


Bremen. Ein Mann trifft eine Frau. Alltägliche Quelle etlicher Missverständnisse, wie wir nicht erst seit solchen Büchern wie "Männer sind anders, Frauen auch" wissen. Aber was ist überhaupt ein Mann und was eine Frau? Was wird von uns erwartet, wie möchten wir sein? Diesen Fragen gehen die jungen Schauspieler der Jugendtheatergruppe B.E.S.T. auf amüsante Weise in ihrem neuesten Stück "Geschlechtergefechter" nach, das am Mittwoch im Tivoli Premiere hatte.

Ausgerechnet eine Diskothek also, dem Ort zahlreicher Begegnungen zwischen den Geschlechtern, haben sich die Nachwuchsschauspieler als Spielort ausgesucht. Ähnlich ungewöhnlich wie all die anderen Spielorte der vergangenen zwölf Inszenierungen: Mal war es eine abbruchreife Lagerhalle, mal eine leerstehende Schule, jetzt eben das Tivoli neben dem Aladin.

Gefühlsgrobmotoriker mit Hantel

Hier nehmen die elf jungen Frauen und Männer den Geschlechterkampf wortwörtlich: als Ringkampf auf der Tanzfläche. Dabei bemühen sie viele Klischees, wie die von der Blondine im Mini-Rock, der bei einer Autopanne von etlichen Männern schnell geholfen wird, oder dem vom Gefühlsgrobmotoriker, der seiner Angebeteten eine Hantel schenkt. Klischees, aber auch eigene Erlebnisse, die die Schüler und Schülerinnen im Alter um die 20 Jahre in ihre selbst entwickelten Rollen haben einfließen lassen - und die sie dadurch auch überzeugend spielen können.

Jeder zeigt dabei jeweils Aspekte der verschiedenen Rollen, in die Männer und Frauen schlüpfen. "Ich verändere mich mehrmals täglich" wird zum Schlüsselsatz. Und so wechselhaft sind denn auch die Möglichkeiten: Zwischen Hure und Heiliger, Clown und Kuschelbär ist alles drin, und alles wird ausprobiert auf der Suche nach sich selbst - und dem anderen Geschlecht.

Heiteres Stück

Im Vergleich zu den vergangenen Inszenierungen der schulübergreifenden Theatergruppe ist die aktuelle Produktion heiterer gestimmt. Gezeigt werden alltägliche Situationen, die die jungen Erwachsenen mit viel Lust am Spiel und Einfallsreichtum künstlerisch umsetzen. (bik)

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