Stolz auf die Kinder und ein Cabrio

Kurt Zech liebt es gemütlich / Am Sanstag geht er oft mit der Familie zum Werder-Spiel

(veröffentlicht im Weser Report, 04.03.2001)


Bremen. Wenn Kurt Zech (44) seinen Töchtern Jade (2) und Romy (4) abends vorliest, greift er gern zum Bilderbuch über Bagger und Kräne. Baustellen spielen in seinem Leben eine große Rolle, immerhin ist Zech einer der erfolgreichsten Bauunternehmer Bremens. Doch es gibt auch den Privatmann Zech, der am liebsten faul ist und sich um Frau Maja (31), Kinder und Hund kümmert.

Dass Kurt Zech vom Fach ist, ist bereits an seinem Haus zu erkennen: Eine wahre Prachtvilla aus dem Jahr 1911 hat sich die Familie eingerichtet, mit Holzparkett und Kirschbaum-Möbeln, Designerlampen, gemütlichen Kuschelsofas und viel Platz für die drei Kinder.

Küche ist Lieblingsort

Der liebste Ort im ganzen Haus ist für Kurt Zech die Küche. Edelgraue Schränke, eine Sitzecke mit einem hellen Ledersofa und Korbstühlen, dunkler Dielenboden: "Hier sitze ich mit meiner Frau Maja abends, wenn die Kinder im Bett sind. Dann lesen wir, schauen Fernsehen und unterhalten uns."

Die Kinder haben ihr eigenes Reich im ersten Stock, mit Kaufmannsladen, Himmelbett und Indianerzelt. Eine italienische Künstlerin hat ein Märchen in kunterbunten Farben an die Wände gemalt, und auf einer Tafelwand können Romy, Jade und Clark (neun Monate) kreativ sein.

Technisch unbegabt und faul

Im Arbeitszimmer von Kurt Zech ist es unaufgeräumt. An der Wand lehnt ein Kickboard (ein Weihnachtsgeschenk seiner Frau), auf dem Schreibtisch liegt Papier. "Eigentlich bin ich ein faules Schwein", gesteht Zech lachend. Am liebsten entspannt er sich bei Zeitungslektüre. Gartenarbeit ist ihm ein Gräuel, technisch begabt ist er auch nicht. "Das muss meine Frau machen."

Einzige Hobby des Unternehmers: Autos. In seiner Garage blitzt ein dunkelgrünes Citroen DS Cabriolet, ein flotter Porsche bringt ihn zur Arbeit, ein Mercedes und ein Geländewagen stehen vor dem Haus, und auf dem Dachspeicher verstaubt eine komplette Sammlung alter "Auto Motor Sport"-Zeitschriften. "Leider habe ich zu wenig Zeit, mich um diese Dinge zu kümmern."

Viele glückliche Zufälle

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann übernahm Kurt Zech den elterlichen Baubetrieb gemeinsam mit einem Partner. "Geplant habe ich nie etwas", sagt der erfolgreiche Bauunternehmer. "Alle Entscheidungen habe ich aus dem Bauch heraus getroffen." Viele glückliche Zufälle haben ihn dabei geholfen und ihn zu dem gemacht, was er heute ist.

Kurt Zech erzählt gern von seinen Bauprojekten, wie dem Universum in Bremen, und neuen Ideen in Hamburg, Hannover und vielleicht bald in Frankfurt und Nordrhein-Westfalen. Dann redet er immer in der Mehrzahl: "Wir wollen Visionen wagen und nicht so denken wie vor 30 Jahren." Auf seine Mitarbeiter kann er sich verlassen: "Wenn man ihnen den Freiraum lässt, entsteht unheimlich viel Kreativität."

"Kinder verändern das Leben"

Bis zur Geburt seiner ältesten Tochter kümmerte sich Zech fast ausschließlich um das Unternehmen. "Aber Kinder verändern das Leben radikal." Jetzt versucht er, abends rechtzeitig für die Gute-Nacht-Geschichte nach Hause zu kommen. Auch die Wochenenden hält er sich frei. Ausnahme: Wenn der SV Werder ein Heimspiel hat. "Dann gehen meine Frau und ich gemeinsam ins Stadion, und das nicht erst, seit Zechbau den Umbau des Weserstadions übernommen hat." Die älteste Tochter war gerade mal zwei Wochen alt, als sie von ihren Werder-begeisterten Eltern mitgenommen wurde.

Als Bremer Urgestein war er noch nie länger als drei Wochen außerhalb der Stadt. Eines Tages könne er sich auch vorstellen, weniger zu arbeiten, sagt Kurt Zech. Doch dieser Tag ist in weiter Ferne - noch ist er begeistert bei der Sache. Und am Wochenende besichtigt er am liebsten mit der gesamten Familie seine Baustellen. Seiner Tochter Romy hat er versprochen, dass der Bau des Unicom an der Universität bis zu ihrem Geburtstag am 15. März fertig ist. "Das erzählt sie ihren Freundinnen ganz stolz." (bik)

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