Fernweh made in Bremen

Ambitioniertes Reise-Onlinemagazin wird in der Hansestadt erstellt

(veröffentlicht im Weser Report, 29.4.2001)


Bremen. Ein gutes Mittel bei Fernweh sind Reiseberichte. Auf dem Markt tummeln sich zig Zeitschriften und Bücher, die über ferne Länder informieren. Eines der vielleicht ambitioniertesten Projekte aber besteht rein rein virtuell und kommt aus Bremen das Internet-Reisemagazin Schwarzaufweiss.

Vater des Gedanken war vor mehr als drei Jahren der Diplompsychologe Helmuth Weiss, selbst seit etwa 20 Jahren als freier Reisejournalist und Lektor tätig. Bei Dumont und Merian sind etliche seiner Reiseführer erschienen. "Beim Reisen erlebt man viele Geschichten, die ein Autor nicht alle unterbringen kann." Mit dem Online-Magazin bot sich die Chance, ohne äußere Zwänge und Vorgaben zu schreiben und die Artikel selbst zu vermarkten.

Freie Journalisten liefern Texte

Aber Weiss ist kein Einzelkämpfer: Fünf Redakteure in ganz Deutschland bringen das virtuelle Reisemagazin heraus, die Zentrale ist in Bremen, und mehr als 40 freie Autoren und Fotografen liefern Texte und Bilder. Oft fallen die Geschichten bei den Recherchen für andere renommierte Zeitungen ab, etwa 40 Prozent entstehen auch exklusiv für Schwarzaufweiss.

Das Markenzeichen des Magazins aus Bremen ist der Inhalt: "Wir bieten mehr als nur Reiseklima und Zollbestimmungen, manche Länder sind mit mehr als 200 Seiten vertreten." Auch das Spektrum ist breit: Etwa 150 Reisereportagen berichten ausführlich über Radtouren an der Elbe oder Extremtripps durch die Arktis. "So viel Inhalt und so wenig Werbung erlaubt sich kein anderes Internet-Magazin", sagt Weiss selbstbewusst.

Mehr als 100.000 Zugriffe

Das Konzept kommt an: Monatlich greifen 100.000 Besucher auf die etwa 3000 Seiten zurück, regelmäßig kommen auch Anfragen von ZDF und anderen Sendern oder Magazinen nach weitergehenden Informationen, und immer wieder verhilft das Netzwerk der freien Reisejournalisten zu neuen Auftraggebern.

Reisen begreifen die Macher von Schwarzaufweiss als Kultur, und dazu gehören Menschen genauso wie Museen, Literatur, aber auch Kneipen- oder Hoteltipps. Diese Mischung soll in Zukunft noch ausgeweitet werden. "Denkbar sind auch Video-Einspielungen oder Musik von einheimischen Künstlern." Noch scheitert das zwar an der Technik, doch die kann sich nur verbessern, ist Weiss überzeugt. Und dann könnten die fernsten Länder der Erde in Text, Bild und Ton locken. (bik)

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