"Leben wie auf einem Schiff"

Designer Fritz und Sybille Haase genießen Reisen, Kunst und gute Weine

(veröffentlicht im Weser Report, 20.5.2001)


Bremen. Die Wohnung des Designer-Ehepaares Sybille und Fritz Haase sieht aus wie aus dem Magazin "Schöner Wohnen": kleine, aber lichtdurchflutete Räume rund um einen grünen Innenhof, helle Teppiche und Korbstühle und überall Bücher zu Kunst und Gestaltung.

Mitten im Schnoor leben und arbeiten die Designer, die sowohl die Werbekamapgne der Böttcherstraße als auch des Musicals "Phantom der Oper" entworfen haben. In den unteren Etagen von insgesamt fünf Häusern sind sie mit rund 20 Mitarbeiter im Atelier kreativ, auf drei Stockwerken darüber lebt das Ehepaar "wie auf einem Schiff": Alles ist möglichst praktisch und platzsparend aufgebaut, maßgeschneiderte Einbauschränke und verspiegelte Wände geben Raum für das Wesentliche. "Da unser Leben aus unserer Arbeit besteht, ist Wohnen nie so wichtig gewesen", sagt Sybille Haase.

Marmelade aus eigenem Garten

Am liebsten sitzen sie abends am Küchentisch, genießen die Aussicht auf den grünen Terrassenhof und trinken Wein, den der Kenner Fritz Haase sammelt. Und da gut essen und trinken zusammen gehören, kocht Sybille Haase am Wochenende gern. Aus dem eigenen Garten nahe Syke kommen Gemüse und Marmelade. Und den Konferenztisch im Atelier funktionieren sie für größere Runden zur Festtafel um.

Das Ehepaar, das bereits seit dem Studium zusammen ist und drei erwachsene Töchter und zwei Enkel hat, liebt gemeinsame Reisen, zum Beispiel nach Italien, "unser Traumland". Dort fotografiert er, während sie Aquarelle malt. Die Ergebnisse und Erinnerungen werden anschließend in kleine Bücher für Freunde und Verwandte gefasst. "Die Reisen sind der Mittelpunkt unserer gemeinsamen Aktivitäten", sagt Fritz Haase. Aber wenn seine Frau einmal im Jahr nach Indien fährt, begleitet er sie nicht: "Dieses Land ist nichts für ihn", weiß sie aus Erfahrung.

Lichtmensch und Langschläfer

Und trotz vieler Gemeinsamkeiten sind sie sehr unterschiedlich: Sie ist ein Lichtmensch, steht früh auf, er ist abends munter. Er liest viel und lange, sie schläft oft über dem Buch ein. Sie hält sich drei Mal die Woche fit mit Jazzdance, er macht zwei Mal im Jahr eine Paddeltour.

Obwohl beide die 60 überschritten haben, denken Haases noch lange nicht an Ruhestand: "Wir werden wahrscheinlich arbeiten, bis wir umfallen", ist Sybille Haase überzeugt. "Zur Ruhe setzen würde bedeuten, nicht mehr richtig zu leben." Und da Alter für sie eine Sache ist, die im Kopf entsteht, haben sie keine Sorge für die Zukunft.

Noch viel zu tun

Zwar muss Fritz Haase im nächsten Jahr aufhören, an der Hochschule für Künste zu unterrichten. Aber langweilig wird ihnen sicher nie: Beide haben im Laufe der Jahre zahllose Fotos und Negative angehäuft, die endlich einmal sortiert und zu Büchern gebunden werden müssen. (bik)

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