"Tanz zu nackten Worten"

2. poetry on the road-Festival regt zum Summen an

(veröffentlicht im Weser Report, 20.5.2001)


Bremen. Dass Musik und Lyrik eng miteinander verbunden sind, merkt der Gedichteleser in seiner stillen Kammer nicht so leicht. Da muss schon jemand kommen und die Gedichte laut vorlesen, eventuell sogar zu den "nackten Worten" tanzen und singen. Dann entsteht Rhythmus, wie gesprochene Lieder, wie gesungene Verse. Das ist das Konzept von "poetry on the road", dem internationalen Literaturfestival, das an diesem Wochenende zum zweiten Mal in Bremen veranstaltet wird.

Zwar fehlte zur Eröffnung im Schauspielhaus am Freitag die prominente Dichterin Sarah Kirsch aus Krankheitsgründen. Aber die internationale Riege der Lyriker, vom Mexikaner Homero Aridjis über den Iraner Said und den amerikanischen Christopher Middleton, begeisterte auch so das Publikum. Und während der Engländer Adrian Mitchell mit einem Blues bewies, dass die Rhythmik eines Gedichtes sogar zum Mitschnippen und Mitsummen anregte, ließ sich der Deutsche Thomas Kling bei seinen unnachahmlichen Sprachspielen gleich vom Jazz-Schlagzeuger Frank Köllges begleiten. Vollends in die Sprachmelodie fallen lassen konnten sich die Zuhörer dann bei Nuala Ni Dhomhnaill: Die Irin las auf Gälisch. - Heute um 11 Uhr wird das Festival beendet mit einer Lesung im Überseemuseum. (bik)

 

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