Holzpflöcke vor den Bürotüren

Sicherheit mangelhaft in Airport City

(veröffentlicht im Weser Report, 3.6.2001)


Bremen. Nachts, wenn die Airport City im Dunkeln liegt, kommen die Einbrecher. Etliche Büros bekamen in den vergangenen Wochen unliebsamen Besuch, Computer, Geld und andere wertvolle Gegenstände wurden gestohlen. Doch der Vermieter, Investor Justus Grosse, sieht sich außer Stande, dem einen Riegel vorzulegen.

Ihm sei nicht einmal bekannt, dass es mehrere Einbrüche gab, sagt Clemens Paul, bei Justus Grosse für das Gebiet zuständig. Aber: "Jeder Mieter muss sich selbst um die Sicherheit seines Büros kümmern." Um die Nebenkosten möglichst niedrig zu halten, sei das Gebäude nicht insgesamt alarmgesichert. Trotzdem patrouliere gerade nachts ein privater Sicherheitsdienst im Airport Center. "Mehr Sicherheit kann nicht Aufgabe des Vermieters sein. Ein halböffentiches Gebäude kann kein Fort Knox sein."

Türen leicht manipulierbar

Doch die Polizei bestätigte den Mietern, dass die Türen im Gebäude leicht zu manipulieren seien. "Die sicherheitsrelevanten Aspekte werden manchmal vernachlässigt, um möglichst viel Profit zu haben", sagt Polizeisprecher Ronald Walther.

Mehr als 80 Einbrüche waren im vergangenen Jahr in der Airport City zu verzeichnen. Dienstleistungsgebiete wie am Flughafen oder der Technologiepark an der Universität nur schwer zu kontrollieren: Einige Gebäude sind schon fertig bezogen, andere werden noch gebaut. "Da ist selbst tagsüber ein unkontrollierter Personenverkehr", weiß Walther.

Kaltschnäuziger Diebstahl

Das hat auch ein Mieter im Unicom kürzlich gemerkt: Vermutlich am späten Nachmittag, während das Büro noch besetzt war, spazierte ein Unbekannter kaltschnäuzig in die Firmenräume ein und stahl unbemerkt ein Laptop. Jetzt schließen die Mitarbeiter die einzelnen Büros auch tagsüber ab.

Zurzeit fährt die Polizei in den betroffenen Gebieten verstärkt Streife - als Abschreckung. Außerdem berät sie die Mieter, wie sie ihre Büros selbst besser absichern können. "Das ist aber auch immer eine Kostenfrage", weiß Polizeisprecher Walther.

Primitiver Schutz

Der Verwalter Paul hat jetzt versprochen, in den kommenden zwei Wochen die Türen besser zu sichern. Dann könnten die Firmen auf den primitiven, aber wirkungsvollen Schutzmechanismus verzichten, den sie jetzt noch benutzen: Holzpflöcke vor den Durchgangstüren. (bik)

 

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