"Geldwäsche" im Ausland

Kripo warnt vor "Nigeria-Connection" / Neu: Angebote kommen per E-mail

(veröffentlicht im Weser Report, 13.6.2001)


Bremen. Mehrere hundertausend US-Dollar wurden einer Bremerin vor kurzem in einer ominösen E-mail aus Sierra-Leone versprochen. Dafür sollte sie helfen, Erlöse aus angeblich legalen Diamant-Geschäften auf Auslandskonten zu transferieren. Aber die Frau witterte Betrug, wandte sich an die Kriminalpolizei. Dort ist diese Masche unter dem Begriff "Nigeria-Connection" schon lange bekannt.

"Auf gar keinen Fall auf die E-mail antworten", rät die Kriminalpolizei. Denn die Chancen, dass es sich um ehrliche Geschäfte handelt, ist gleich Null.

Europäer "abzocken"

Betrüger nach Art der "Nigeria-Connection" versuchen bereits seit Jahren, mit immer neuen Methoden Geld von ahnungslosen Europäern "abzuzocken". Die Kriminalpolizei in Bremen hat bereits eine kleine Sammlung diverser Angebotsschreiben: Mal geben sich die Gauner als Rebellenführer aus, die illegal Geld ins Ausland schaffen müssen, mal als Anwälte, die Erbschaften verteilen, mal als Regierungsbeamte, die Staatsvermögen vor einem drohenden Putsch ins Ausland retten wollen.

Die Angebotsschreiben kommen aus Nigeria, Sierra-Leone oder anderen afrikanischen Ländern, per Post, Fax oder neuerdings E-mail. Bis zu 30 Prozent Gewinn wird für die Mithilfe versprochen. Doch das ist nur ein Trick, warnt die Kripo: Wer auf ein solches Schreiben antwortet, wird von Mittelsmännern kontaktiert, die zunächst eine Gebühr für Bankkonto oder Lagerung verlangen. Das können einige tausend Mark sein.

Schwarze Papierscheine

Als nächstes bestellen die afrikanischen “Geschäftsleute" ihre “Partner" in ein Hotel im Ausland. Dadurch wird auch die Arbeit der Ermittler behindert, denn die endet an den Ländergrenzen. In einem Koffer übergeben sie den Gutgläubigen angeblich schwarz gefärbte 100-Dollar-Noten, die mit Hilfe einer teuren Chemikalie "reingewaschen" werden können. Dass es sich hier nur um schwarze Papierscheine handelt, merken die Geneppten zu spät - die Betrüger sind mit dem echten Geld über alle Berge.

Wieviel Schaden durch diese Tricks schon entstanden ist, lässt sich nur schwer sagen: Nur wenige Opfer erstatten Anzeige. Doch gleich wie überzeugend die Geschichten und wie verlockend die Angebote sind, auf eines kann man sich nach Aussagen der Kripo verlassen: Dass kein Pfennig Geld fließen wird, außer in die Taschen der Betrüger. (bik)

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