Souvenirs aus den Museen

Ingrid Blanken betreibt in Bremen einen Online-Shop für Museumskunst

(veröffentlicht im Weser Report, 17.6.2001)


Bremen. "Eigentlich wollte ich Archäologin werden", erzählt Ingrid Blanken. Doch statt in Erdschichten gräbt sie in Katalogen und bringt Schätze zutage - Schätze aus den Museen der Welt. Seit eineinhalb Jahren verkauft die Bremerin in ihrem Onlineshop erschwingliche Museumskunst.

Die Existenzgründerin, die Sozialwissenschaften studiert hat, kam auf die Idee mit dem Museumsshop aus eigener leidvoller Erfahrung: Als sie in den 80-er Jahren häufig in New York war, besuchte sie stets das Metropolitan Museum of Art. Dort gab es einen hervorragenden Museumsshop mit Repliken, Schmuck und Accesoires. "Und oft saß ich hinterher im Flieger und habe mich geärgert, dass ich nichts gekauft hatte."

Idee kommt an

Die Idee von Museumsshops gefiel Ingrid Blanken: Kunst soll erschwinglich und sinnlich erfahrbar sein - wenn schon nicht das Original, dann immerhin originalgetreue Repliken. Doch als sie die Museen anschrieb und fragte, ob sie deren Produkte weiterverkaufen dürfte, musste sie zunächst zähe Verhandlungen führen: "Einige verlangten eine sehr hohe Mindestbestellung, andere konnten sich gar nicht vorstellen, dass eine Privatperson so etwas machen will." Doch mittlerweile hat sich die Bremerin durchgesetzt.

Mehr als 200 Artikel hat sie in ihrem Keller, der gleichzeitig Lager und Schauraum ist: Die Venus von Milo findet sich hier ebenso wie Eisbär-Miniaturen, Gauguin-Seidenschals, Ohrringe aus Pompeji oder schottische Taschenuhren. Ein kleines, aber feines Angebot, das Ingrid Blanken langsam ausbauen möchte.

Sonderwünsche

Mitunter erfüllt sie auch Sonderwünsche: Da melden sich Kunden, die eine bestimmte Replik suchen, von der sie nicht einmal wissen, in welchem Museum das Original steht. Dann muss Ingrid Blanken recherchieren. "Das kostet Zeit, aber die Kunden sind hinterher glücklich."

Der Schritt ins Internet-Geschäft war etwas gewagt, denn ohne große Werbeaktionen läuft es nur langsam an. Dennoch spart Ingrid Blanken Miete für Laden und Lager. Und für die Sicherheit ist gesorgt: "Ich bin selbst keine große Online-Käuferin, also habe ich alles so einrichten lassen, dass ich mich selbst sicher fühlen würde."

Infos über Isis

Darüber hinaus bietet sie auf den Internet-Seiten kleine Extras, wie eine monatliche Kolumne über die ägyptische Göttin Isis. Hierbei, und beim Versand, helfen ihr zwei Mitarbeiterinnen stundenweise. Bald erscheint auch ein neuer Katalog - denn immer noch bestellen viele Kunden lieber auf Papier als elektronisch. Und die Bremer kommen manchmal auch zu ihr in die Blankenburger Straße.

In ihrer eigenen Wohnung stehen nur wenige Museumsobjekte: "Da geht es mir vielleicht wie dem Bäcker: Wer ständig Torten backt, mag selbst keine mehr sehen." Und wenn sie dennoch Lust bekommt, die "antiken" Figuren zu sehen, dann geht sie einfach in ihren persönlichen Museumsshop im Keller. (bik)

Externe Links:

 

Hier geht's zurück zum Weser Report