"Zeit vergeht wie im Fluge"

Stewardessen sind für die Sicherheit an Bord der Urlaubsflieger zuständig

(veröffentlicht im Weser Report, 1.8.2001)


Bremen. Fünf Uhr morgens am Bremer Flughafen. Während die Urlauber lange Schlangen beim Check-in nach Malaga bilden, treffen sich vier Hapag-Lloyd-Stwardessen, Kapitän und Co-Pilot zur kurzen Flugvorbesprechung. Wir begleiten Chefstewardess Yvonne Meis und ihre Kolleginnen auf dem Flug von Bremen nach Südspanien.

Routiniert geht Yvonne Meis (28) die Liste durch: Wer betreut welchen Teil der Boeing 737, was wird wann serviert, Hinweise zu Sicherheit und Evakuierung. Der Kapitän Miguel Cervantes (30) berichtet vom guten Wetter in Malaga. Dann geht es zum Flugzeug. Bevor die Passagiere kommen, müssen sie Sicherheit und Sauberkeit kontrollieren, die Zeitungen bereitlegen, nachschauen, ob die Mahlzeiten komplett sind.

Die Crew am Morgen

Die Crew bei der Vorbesprechung.

Schlechte Sicht

5.32 Uhr, die ersten Gäste kommen an Bord. Der Nebel liegt dicht auf der Startbahn. Für Kapitän Cervantes und seinen Co-Piloten Gerd König kein Problem: "Bei schlechter Sicht fährt ein Auto die Startbahn ab, damit kein Hindernis darauf liegt."

6.14 Uhr, "Boarding completed", alle an Bord, die Sicherheitseinweisung wurde vorgeführt, der Flieger hebt ab. Bis er seine Höhe von 11.000 Meter erreicht hat, können sich auch die Stewardessen kurz ausruhen. Dann geht ihre Arbeit weiter: Yvonne Meis und Stella Rieckhoff (27) bereiten die Getränkewagen vor, hinten verteilen Anja Meyer (24) und Anke Jonas (27) Spielzeug für die kleinsten Passagiere. Auf drei Quadratmeter Bordküche hat alles seinen festen Platz, damit es schnell erreichbar ist.

Kapitän Cervantes

Der Flugkapitän Miguel Cervantes im Cockpit.

Safety first

In erster Linie sind die Stewardessen allerdings für die Sicherheit an Bord zuständig. Darauf wird in der sechswöchigen Ausbildung besonderer Wert gelegt, erzählt Meis. Jährlich wird das Sicherheitstraining mit Erster Hilfe vorschriftsmäßig wiederholt. Sie selbst hatte in den neun Jahren als Flugbegleiterin erst einmal einen medizinischen Notfall mit Zwischenlandung an Bord. Meis: "Der Job ist vielseitig: Wir sind Dienstleister, Psychologen und Krankenschwestern in einer Person."

In der Zwischenzeit haben ihre Kolleginnen das Frühstück mit duftenden Croissants verteilt. Nach dem Getränkeservice folgt der Bordverkauf, während Yvonne Meis den Streckenreport schreibt. "Die Zeit vergeht immer wie im Fluge." Gegen 8.30 Uhr beginnt der Landeanflug. Dazwischen kaum Pausen.

Stewardess Meis

Stewardess Yvonne Meis bedient die Gäste.

Hohe Belastung

"Die Arbeitsbelastung ist nicht zu unterschätzen", sagt Yvonne Meis. Dazu kommen flexible Arbeitszeiten mit vorgeschriebenen Ruhezeiten. Monatlich fliegen die Hapag-Lloyd-Stewardessen etwa 60.000 Kilometer quer durch Europa. Viel davon sehen sie nicht, denn oft geht es gleich zurück. Dennoch möchte Yvonne Meis nicht tauschen: "Ein geregelter Büroalltag wäre nichts für mich."

Nach der planmäßigen Landung verabschiedet die Crew die Passagiere. Kaum ist der letzte Gast von Bord, beginnt wieder hektische Betriebsamkeit: Hinten steigt die Reinigungsmannschaft ein, vorn sortieren die Flugbegleiterinnen die Zeitungen, quittieren die Essenslieferung, kontrollieren, ob alle Rettungswesten vorhanden sind. Die heiße Luft von Malaga weht durch die offene Tür, während die Crew sich kurz zusammensetzt und den Flug bespricht.

Zurück nach Bremen

9.50 Uhr, die neuen Gäste betreten die Boeing. Eine halbe Stunde später ist schon wieder "boarding completed", der Flieger auf dem Weg nach Bremen, und der Getränkewagen rollt. (bik)

Die Crew am Boden

Alle wieder sicher gelandet - die gesamte Crew.

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