Radio Bremens Flaggschiff

Hafenkonzert sendet seit 54 Jahren - Konzept seitdem fast unverändert

(veröffentlicht im Weser Report, 12.08.2001)


Bremen. Der älteste "Musikdampfer" auf den Wellen von Radio Bremen ist ohne Zweifel das Hafenkonzert: Seit 1947 geht die sonntägliche Sendung ununterbrochen über den Äther.

Mittlerweile ist das Hafenkonzert ein richtiger Schlager: Jeweils am ersten Sonntag im Monat auf Radio Bremen Eins von 8 bis 10 Uhr erreicht die Sendung etwa 100.000 Hörer an den Rundfunkgeräten. Live dabei sind manchmal bis zu 1000 Zuschauer, die sehen wollen, wie Radio gemacht wird. "Wir haben sehr viele Stammgäste und sogar einen Fanclub, der sich abmeldet, wenn er mal nicht kommen kann", erzählt der 50-Jährige, der das Hafenkonzert seit 1999 moderiert. Und einige Hörer schneiden die Sendungen auch mit und schicken die Aufnahmen zu Verwandten in Übersee.

Erfolgszwang

"Wer nur einmal im Monat sendet, der muss verdammt gut sein", ist der Redakionsleiter überzeugt. Und so ist es immer wieder eine große logistische Leistung für ihn, Produktionsmanagerin Helga Krüger und das Team, Technik, Musiker und Gäste zusammen zu bringen. Vieles ist leichter geworden: Waren es früher fünf Sattelschlepper, wird heute nur ein Ü-Wagen benötigt. Dennoch muss viel koordiniert werden.

Schwierig ist es auch, Leute zu finden, die noch live singen können, so Meyer: "Wir hatten schon Heino da und Johnny Hill, aber niemand singt bei uns playback." Pannen gibt es bei den Sendungen dennoch immer wieder: Einmal war wegen Schneefalls zunächst nur ein Gesprächspartner vor Ort, ein anderes Mal kappte ein Bagger eine halbe Stunde vor Sendung ein wichtiges Kabel. Und bei der Hörerreise in diesem Sommer von St. Petersburg nach Moskau mussten die Techniker mit russischen Steckern an Bord des Schiffes klarkommen: "Eine echte Herausforderung."

"Vorsichtige Navigation"

Den anhaltenden Erfolg erklärt der Pfeifenraucher damit, dass das Konzept fast unverändert blieb: "Wir navigieren vorsichtig durch die modernisierte Radio-Landschaft. Man könnte uns mit dem VW Käfer vergleichen: Ein Klassiker, deren Formen man noch heute im Beetle erkennt."

Auch privat liebt der gebürtige Rheinländer Meyer das Wasser: Ob mit dem Schiff die Donau entlang oder auf dem Motorsegler vor Irland - das Maritime liegt ihm. So genießt er es auch immer wieder, live von der MS Astor oder der MS Nordkap zu senden. Und wenn es nach ihm ginge, hätte er da noch einige Träume: "Einmal aus dem schönen Hafen von Piräus senden, das wär's..." (bik)

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