Zeitreise zur großen Pest

Einmalige Geschichtsausstellung zum Mitmachen im Packhaus St. Jacobus

(veröffentlicht im Weser Report, 15.08.2001)


Bremen. Ein Spaziergang durch die Obernstraße, wie sie im Jahr 1910 aussah, dem Bremer Original Heini Holtenbeen auf dem Marktplatz begegnen, oder in der beklemmenden Enge eines Bunkers die Bomben hören, die 1944 auf die Hansestadt fielen - all das können Besucher bald im Schnoor erleben. "ZeitRaum" heißt der Arbeitstitel einer Dauerausstellung, die ab Ende November ihre Tore im St.-Jacobus-Packhaus öffnet.

Auf vier Etagen können Bremer und Touristen dann eine virtuelle Zeitreise unternehmen: Von den Auswirkungen der Bremer Pest von 1654 bis zum aktuellen Blick vom Aalto-Hochhaus in der Vahr wird Geschichte greifbar.

Echte Interaktivität

Anders als in traditionellen Museen wird hier nicht mit Exponaten gearbeitet, sondern mit Kulissen, in denen 3-D-Filme laufen. An vielen Stellen kann der Besucher in die Handlung eingreifen und so die Geschichte mitbestimmen. Zum Beispiel kann er entscheiden, ob der Kapitän eines Bremischen Handelssschiffes um 1700 mit den Piraten kämpft oder lieber flieht.

Dieses bundesweit einmalige Mitmach-Konzept knüpft an den großen Erfolg des Universums an: Hier gibt es Geschichte zum Anfassen, dort Technik und Naturwissenschaft. Durch den Space-Park soll der Blick in die Zukunft dazukommen, so die Idee der Stiftung St. Jacobus-Packhaus, in deren Besitz das Gebäude ist.

Graffitis von Arbeitern

Zu den Stiftern gehört die Schnoor GmbH, die Sparkasse und die Brauerei Beck & Co. Sie ließen das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert vorsichtig saniert. Dabei kamen auch Graffittis und Zeichnungen von Arbeitern um 1900 wieder zum Vorschein, die in die neue Ausstellung eingearbeitet werden.

Im vergangenen Jahr wurden im Erdgeschoss die Bremer Expo-Projekte vorgestellt. Mittlerweile ist das gesamte Haus vom Keller bis zum Dach renoviert. Ab Herbst sollen dann die Besucher auf Zeitreise gehen können. (bik)

 

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