"Gäste sollen mehr deutsche Realität erleben"

Goethe-Institut Inter Nationes Bremen: Seit 20 Jahren die Sprache und Kultur lernen plus Werbung für die Stadt

(veröffentlicht im Weser Report, 26.08.2001)


Bremen. Japan, Italien, Mexiko, USA, Polen - weit angereist sind die meisten Studenten, die beim Bremer Goethe-Institut im Fedelhören lernen. Seit nunmehr 20 Jahren existiert die Einrichtung hier, weltweit feiern die Institute in diesem Jahr 50. Geburtstag.

15 Goethe-Institute gibt es in ganz Deutschland, und jedes hat seine Spezialität: "Viele der Schüler, die in Bremen Deutsch studieren wollen, sind Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes", erklärt Volker Marwitz, seit fünf Jahren Leiter in Bremen. Durchschnittlich bleiben sie acht Wochen, manche lernen aber auch sechs bis acht Monate - "vor allem Chinesen brauchen etwas länger, weil die Kultur total verschieden ist."

Intensiver Unterricht

Im Gegensatz zu den etwa 130 Auslandsinstituten in 70 Ländern ist der Unterricht in Deutschland besonders intensiv: Jeden Vormittag ist Unterricht angesagt, in Klassen bis zu 18 Teilnehmern. "Nachmittags und abends werden außerdem kulturelle Veranstaltungen angeboten, bei denen die Gäste mehr von der deutschen Realität erleben können."

Während die Institute im Ausland sich hauptsächlich durch öffentliche Mittel vom Auswärtigen Amt finanzieren, müssen die deutschen Einrichtungen ihr Geld selbst verdienen. Schließungen wie jüngst in Reykjavik oder Lille drohen deshalb weniger.

Konkurrenz zu privaten Anbietern

Allerdings herrscht auch schon Konkurrenz zwischen den Goethe-Instituten und privaten Sprachenschulen, erzählt Marwitz: "Wir sind etwas teurer, haben höhere Personalkosten, weil wir als Prüfungszentrum für Sprachdiplome bestimmte Kurse garantieren müssen. Dafür bieten wir aber auch eine bessere Qualität."

Gemeinsam mit dem Instituto Cervantes und dem Institute Francaise bietet das Goethe-Institut in Bremen auch studienbegleitende und studienvorbereitende Kurse für ausländische Universitätsstudenten an. "Immerhin sind die Hochschulen in Bremen eine Hochburg für einige internationale Studiengänge wie europäisches Recht oder marine Tropenökologie."

"Global Player" und "Hobbylerner"

Neben den Studenten und den Schülern, die Deutsch für ihren Job bei den "Global Player" wie Kraft Foods brauchen, gibt es auch immer wieder die von Marwitz so genannten "Hobbylerner": "Zum Beispiel das amerikanische Ehepaar, das auf den Spuren ihrer norddeutschen Großeltern ist, oder die 75-jährige brasilianische Lehrerin, die jetzt erst Zeit findet, Deutsch zu lernen."

Insgesamt haben in den vergangenen 20 Jahren etwa 20.000 Ausländer am Bremer Institut die Sprache gelernt, schätzt Marwitz. "Und wer einmal in Bremen war, der wird die Stadt auch weiterempfehlen", hofft er. "Und damit hat das Goethe-Institut auch eine wichtige Bedeutung für die Stadt." (bik)

Externe Links:

 

Hier geht's zurück zum Weser Report