Präses mit künstlerischer Ader

Dr. Dirk Plump von der Handelskammer führt das Familienarchiv fort

(veröffentlicht im Weser Report, 26.08.2001)


Bremen. Ein riesiges Foto von gischtumschäumten Segeljachten und ein Familienwappen zeigen gleich im Flur seines Hauses in Schwachhausen, welche Hobbys Dirk Plump hat. Der Präses der Handelskammer ist begeisterter Hobbyhistoriker und Segler.

In seinem hellen Haus in einer ruhigen Seitenstraße finden sich viele antike Möbel, einige sogar aus seiner Studienzeit in der Schweiz. "Als Student hatte ich wenig Geld, da habe ich einige Möbel selbst restauriert."

Großes Familienarchiv

Auch ein altes Schiffsmodell, das sein Großvater im Zweiten Weltkrieg als "Bezahlung" bekam, hat er wieder auf Vordermann gebracht. Heute steht es in der gemütlichen Leseecke, in der Plump gern im Familienarchiv wühlt. "In unserer Familie wurde schon immer alles notiert, was mit der eigenen Geschichte zu tun hat." So ist mittlerweile ein ansehnliches Archiv entstanden, das immer weiter gereicht wird.

Seit zehn Generationen leben die Plumps in Bremen, viele Kaufleute darunter, aber immer auch wieder Künstler: Ob die Worpsweder Malerin Agnes Sander-Plump im 20. Jahrhundert oder Margarethe Elisabeth Milow, die im 18. Jahrhundert das Leben einer bürgerlichen Frau aufschrieb, eine künstlerische Ader zieht sich durch. So auch in Dirk Plump: "Wenn ich einmal mehr Zeit habe, kann ich mir gut vorstellen, wieder zu malen."

Viel zu tun als Präses

Viel Muße hat der Kaufmann für seine Leidenschaften zurzeit jedoch nicht, seit er im Dezember zum neuen Präses der Handelskammer gewählt wurde. "In diesem Jahr ist mein Boot noch gar nicht ausgepackt worden", so der 53-Jährige. "Aber es ist auch eine Ehre und eine Verpflichtung, diese hochinteressante und wichtige Aufgabe zu übernehmen."

Zum Feierabend zieht er sich gern auf die Veranda zurück und genießt den Blick auf den riesigen Garten. "Eine Stunde brauche ich mit dem Aufsitzer zum Rasenmähen." Manchmal hilft ihm auch seine jüngste Tochter Alexandra (17). Seine große Tochter Stephanie (20) hat in diesem Jahr gerade ihr Studium begonnen - im schweizerischen St. Gallen, wo bereits ihr Vater und ihre Mutter Suzanne studiert und sich kennengelernt haben.

Schweizer Zeit

10 Jahre hat Plump in der Schweiz gelebt und nicht nur das gute Wetter dort genossen. Dann hat er jedoch in Bremen das Geschäft der Familie, Tiemann Nutzfahrzeuge, übernommen. "Meiner Frau gefällt es inzwischen auch, im hohen Norden zu leben." Regelmäßig fahren sie immer wieder in die Schweiz.

Für den Urlaub zieht es Familie Plump jedoch in fernere Gefilde: So ging es im Dezember für drei Wochen nach Thailand und Kambodscha. Zur kurzfristigen Entspannung geht der Präses zum Joggen in den Stadtwald: "Ich brauche einfach körperliche Bewegung, wenn ich schon nicht zum Segeln komme." Golf spielt er dagegen nur gelegentlich: "Da fehlt mir die sportliche Seite." (bik)

 

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