Ökostrom vom Weserstrom

Erstes Konzept für Wasserkraftwerk vorgestellt / Bau bis 2005 möglich?

(veröffentlicht im Weser Report, 12.09.2001)


Bremen. "Und es geht doch!" Was Dietrich "Hucky" Heck am Dienstag der Öffentlichkeit vorstellte, war von den Stadtwerken Jahre zuvor als "unwirtschaftlich" zu den Akten gelegt worden: ein Wasserkraftwerk an der Weser. Jetzt liegt ein Konzept vor, wie es dennoch wirtschaftlich und technisch machbar sein könnte.

Mit Heck, dem Geschäftsführer der Bremer Tandem GmbH, sitzen im Boot Heinz Laing, Geschäftsführer von Planet energy, einer Tochter des Stromanbieters Greenpeace energy, und das Bauunternehmen Mattern aus Süddeutschland. Gemeinsam haben sie dem Bremer Senat einen Entwurf für ein Wasserkraftwerk vorgelegt.

"Bürgerfonds"

35 Millionen Mark sollen investiert werden, davon aber kein Pfennig aus öffentlichen Mitteln, wie Heck versichert: "Neun Millionen Eigenkapital wollen wir über einen Anlagenfonds einnehmen, an dem sich jeder Bürger beteiligen kann."

Im ersten Bauabschnitt, der bis 2005 fertiggestellt werden könnte, sollen zwei Turbinen mit insgesamt 5 Megawatt Leistung 32 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich produzieren und ins Stromnetz der Stadt einspeisen. Damit können 9.000 Haushalte ökologisch sauber versorgt werden. Das Doppelte könnte in einer zweiten Stufe ausgebaut werden.

Unterirdische Turbinen

Sehen werden die Bremer nach den Planungen allerdings wenig vom Kraftwerk - das Wasser soll unterirdisch zu den Turbinen am Hemelinger Ufer geleitet werden. "Durch gläserne Abdeckungen könnte man aber einen Blick in die Turbinenräume werfen", erklärte Elmar Bröker, beratender Ingenieur aus Hannover. Der Vorteil: Die Uferzone bleibt weitgehend naturbelassen.

Sowohl mit den Umweltschützern als auch mit der Wasser- und Schifffahrtsbehörde sei das Konzept besprochen, erklärten die Initiatoren. Nun sei es Sache des Senats, die Weichen für die zügige Verwirklichung des projektes zu stellen. Neben diesem Konzept liegen noch drei Entwürfe von Mitbewerbern vor. Heck hofft. "Wenn bis spätestens Ende 2001 alle nötigen Vorentscheidungen getroffen sind , kann der erste Spatenstich 2003 zur Bürgerschaftswahl erfolgen." (bik)

 

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