Club der Bremer Superklugen

Mensa-Club ist "erfrischend normal" / IQ ist nicht alles / Gruppentests

(veröffentlicht im Weser Report, 19.9.2001)


Bremen. Spätestens seit Günther Jauch und seiner IQ-Show wird die Intelligenz der Deutschen heftig diskutiert. Die Bremer haben bei der TV-Sendung eher schlecht abgeschnitten: Die Hansestadt belegt nur den letzten Platz unter den westdeutschen Bundesländern. Doch auch hier gibt es einige, die durch einen besonders hohen IQ auffallen - die Mitglieder des Mensa-Clubs.

Seit Anfang der 90-er Jahre treffen sich die Hochintelligenten in Bremen, 45 sind es mittlerweile. Ihr Ziel: Gemeinsam Spaß haben, diskutieren, Spiele spielen. Klingt ganz gewöhnlich - und das ist es auch, versichert Christian Carstens, Mensaner und Testleiter in Bremen. "Unsere Stammtisch-Gespräche einmal im Monat sind erfrischend normal." Einziges Tabu: der persönliche IQ. "Das Aufnahmekriterium für den mensa-Club ist ein Quotient von 130, aber wie intelligent jeder einzelne ist, ist belanglos."

Wahrer Ansturm

Nach der IQ-Show hat Carstens auch in Bremen einen wahren Ansturm gespürt: Viele wollen jetzt wissen, wie intelligent sie wirklich sind. "Die Fernsehsendung war ja wenig wissenschaftlich gemeint. Der dort gemessene Quotient ist so genau, wie wenn die Körpergröße mit Handbreit gemessen werden würde." Ein genaueres Ergebnis liefert der IQ-Test des Mensa-Clubs, der in Abständen auch in Bremen absolviert werden kann: 300 Fragen sind in etwa 3,5 Stunden zu beantworten, ein Psychologe wertet die Ergebnisse aus und berechnet den IQ.

Diese "schnöde Zahl" sollte man jedoch nicht so wichtig nehmen, tröstet Christian Carstens bereits im Vorfeld: "Die Intelligenz ist nicht so wichtig wie ein glückliches Leben." Trotzdem sollte jeder, der es wagen möchte, ruhig den Test machen: "Manche haben regelrecht ein Aha-Erlebnis, wenn sie feststellen, dass sie hochintelligent sind, denn viele wissen es nicht, haben nur ständig das Gefühl, anders zu sein als die anderen." Das könne auch Probleme bereiten, gerade im Kindesalter. Mensa sei zwar kein Therapie-Club, betont der Mensaner, aber: "Wenn wir einem hochintelligenten Menschen vermitteln können, dass das völlig normal ist, dann freut uns das." (bik)

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