"Sicherheit ist nicht alles"

Galeristin Katrin Rabus engagiert sich stark in Kunst- und Politikszene

(veröffentlicht im Weser Report, 23.9.2001)


Bremen. Einige Kunstobjekte bereits im Vorgarten des Hauses in der Lothringer Straße zeigen, wer hier lebt: Katrin und Werner Rabus, politisch engagierte Galeristin und Patentanwalt mit künstlerischer Ader.

In den unteren Geschossen war bis 1990 die erste Galerie von Katrin Rabus, oben wohnte die Familie mit ihren zwei Kindern. "Das war sehr günstig, besonders als die Kinder noch klein waren, so konnte ich beides vereinbaren", erklärt die 57-Jährige.

Stuhlsammlung

Mittlerweile leben sie und ihr Mann allein in dem großen Haus, Sohn und Tochter studieren in Bonn. Ihr Zuhause ist ihr Rückzugsraum, sagt Katrin Rabus, hier wird heute keine Kunst mehr verkauft. Aber natürlich hängen und stehen immer noch viele Lieblingsbilder und Objekte in den lichten Räumen, zum Beispiel eine regelrechte Stuhlsammlung von Designern des 20. Jahrhunderts. Hier genießen auch Freunde und Bekannte kleine Kammerkonzerte von Ehemann Werner oder Sohn Johannes.

An die Kunst ist die studierte Französischlehrerin durch ihren Mann herangeführt worden: "Ich war eigentlich mehr politisch engagiert." Der Schritt in die Selbstständigkeit 1987 war ein gewagter, den die gebürtige Butjadingerin aber nie bereut hat: "Durch die Künstler, mit denen ich damals schon zu tun hatte, habe ich sehr viel Ermutigung bekommen. Sie waren mit so wenig zufrieden, da konnte ich lernen, dass Sicherheit nicht alles ist."

"Abstand gewinnen"

Das politische Engagement, das sie in die Kulturinitiative "Anstoß" einbringt, schränkt ihre Galerie-Arbeit allerdings in letzter Zeit stark ein. "Am liebsten", sagt die lebhafte 57-Jährige, "am liebsten würde ich eine Zeit lang Pause machen, Abstand gewinnen und einmal über alles nachdenken." Bis dahin sucht sie Entspannung eben bei einer eher ungewöhnlichen Arbeit für Galeristinnen: beim Nähen und Bügeln. (bik)

 

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